Fast 40 Prozent Minus

VW stürzt ab – schlimmster Einbruch seit 2022!

Wirtschaft
12.10.2026 13:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor allem in China brechen die Verkäufe ein, doch auch in anderen Weltregionen schwächelt das Geschäft. Für den deutschen Autoriesen gibt es nur wenige Lichtblicke.

Europas größter Autobauer steckt im Sommer tief in der Absatzkrise. Volkswagen verkaufte von Juni bis September weltweit knapp 1,9 Millionen Fahrzeuge – so wenige im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Besonders ein wichtiger Markt bereitet dem Konzern massive Probleme.

Die Verkäufe gingen im dritten Quartal um 14,3 Prozent zurück. Besonders dramatisch fiel das Minus in China aus. Dort brach der Absatz um fast 40 Prozent ein. „Der deutlich rückläufige Gesamtmarkt in China bleibt eine branchenweite Herausforderung“, erklärte VW-Vertriebschef Martin Sander am Montag.

Nicht nur China als Sorgenkind
Doch nicht nur in China lief es schlechter. Auch in den meisten anderen Weltregionen verkaufte der Konzern weniger Fahrzeuge als im Vorjahr. Einzig in Zentral- und Osteuropa gab es ein kleines Plus von 1,4 Prozent. Einen noch stärkeren Rückgang hatte Volkswagen zuletzt im zweiten Quartal 2022 mit minus 22,4 Prozent verzeichnet.

Die Infografik zeigt die Veränderungen bei Pkw-Neuzulassungen in Österreich von Januar bis September 2026 im Vergleich zum Vorjahr. Alternative Antriebsarten machen 66,8 % aus, Benzin- und Dieselantriebe liegen bei 33,2 %. Besonders stark steigen Elektroautos mit 36,9 % und Benzin/Elektro-Hybride mit 24,8 %. Benziner sinken um 4,8 %, Diesel um 13,9 % und Diesel/Elektro-Hybride um 18,4 %. Quelle: Statistik Austria.

Von Jänner bis September setzte der Konzern insgesamt 6,01 Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Minus von neun Prozent. Allein das China-Geschäft schrumpfte in diesem Zeitraum um rund 30 Prozent.

Audi und Porsche ebenfalls unter Druck
Auch auf Markenebene zeigt sich die angespannte Lage. Volkswagen und Audi verzeichneten im dritten Quartal jeweils Absatzrückgänge von knapp 20 Prozent. Bei Audi entwickelte sich insbesondere das Geschäft in Nordamerika schwächer. Porsche musste ein Minus von 15 Prozent hinnehmen. Skoda hielt seinen Absatz dagegen stabil.

Als Belastungsfaktoren nannte der Konzern die verschlechterten geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hohe Kraftstoffpreise, intensiver Wettbewerb, zunehmender Exportdruck aus China und die Auswirkungen der US-Zölle setzten die gesamte Autoindustrie unter Druck.

Auch Elektroautos schwächeln
Die Entwicklung bei Elektroautos konnte den Abwärtstrend ebenfalls nicht stoppen. Volkswagen setzte im Sommer weltweit 240.200 Stromer ab – 4,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zwar stieg die Nachfrage in Europa kräftig, das reichte jedoch nicht aus, um die Rückgänge in anderen Regionen auszugleichen.

Zumindest auf dem Heimatmarkt gibt es einen Hoffnungsschimmer. Der Auftragsbestand bei Elektroautos in Deutschland hat sich im Vergleich zum Jahresende 2025 verdoppelt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue Kleinwagenfamilie rund um den elektrischen ID.Polo. Für die Fahrzeuge gingen bisher fast 150.000 Bestellungen ein.

Nutzfahrzeuge als Lichtblick
Eine positive Entwicklung gab es bei der Nutzfahrzeugtochter Traton. Sie steigerte ihren Absatz um gut zehn Prozent und profitierte dabei vor allem von einer Belebung des US-Markts. Dort ist das Unternehmen mit der Marke International Motors vertreten.

Die Sparte lieferte 19.900 Fahrzeuge aus – ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit konnte sie den Absatzrückgang aus dem ersten Halbjahr mehr als ausgleichen. Zuletzt habe der US-Markt eine starke Belebung der Kundennachfrage gezeigt. An der Börse reagierten Anleger gelassen auf die schwachen Absatzzahlen. Die Aktien des Volkswagen-Konzerns legten im frühen Handel um gut ein Prozent zu.

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