Über mehrere Wochen war in Zwettl an der Rodl (OÖ) der Wasserbehälter der Wassergenossenschaft leer. Die Bevölkerung wurde zum sparsamen Umgang mit dem Trinkwasser aufgerufen. Nun ist geklärt, warum der Verbrauch so hoch war. An zwei Stellen wurden Rohrbrüche entdeckt.
Mit einer historischen Wasserknappheit hatte die Gemeinde Zwettl an der Rodl zu kämpfen. Wochenlang galten der trockene Herbst und versiegende Quellen als Hauptursachen für die leeren Speicher der privaten Wassergenossenschaft. Die Situation war drastisch: Die Bevölkerung wurde zum Sparen aufgerufen. Nachts wurde das Wasser komplett abgedreht und die Feuerwehr stand im Dauereinsatz, um Trinkwasser aus den Nachbargemeinden herbeizuschaffen. Nun steht die wahre Ursache für die Wassermisere fest.
Leitung bei Pflasterarbeiten beschädigt
Experten der Landesabteilung für Wasserwirtschaft spürten zwei massive Rohrbrüche auf – einen im Ortszentrum nahe der Kirche und einen weiteren in der „Pachnersiedlung“ an der Gemeindegrenze. Am Pfarrplatz dürften Pflasterarbeiten die Leitungen beschädigt haben. Die Folgen sind verheerend: Täglich versickerten rund 20 Kubikmeter Wasser ungenutzt in den Boden. Das entspricht dem halbjährlichen Trinkwasserbedarf einer Person oder etwa 130 vollen Badewannen.
„Betrifft die Gemeinde sehr wohl“
Der Vorfall lässt auch politisch die Wogen hochgehen. Da die Genossenschaft privat geführt wird, sah ÖVP-Bürgermeister Roland Maureder die Gemeinde zunächst nicht in der Pflicht. Das stößt auf Kritik. „Wenn die Hydranten im Ort leer bleiben, betrifft das die Gemeinde sehr wohl“, kontert SP-Gemeindevorstand Herbert Enzenhofer. Er bemängelt das Krisenmanagement: Viele Bürger seien nicht erreicht worden, da die Gemeinde-App kaum genutzt werde und Postwürfe wegen Werbeverboten im Altpapier landen würden. Zudem sei die Homepage seit fast zwei Wochen nicht aktualisiert worden.
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