Neues Quartier gesucht

Bettwanzen-Horror: Notschlafstelle vor Räumung

Tirol
10.10.2026 06:00

Die Bettwanzenplage in der Notschlafstelle (NOST) der Tiroler Soziale Dienste in Innsbruck hat jetzt eine Konsequenz: Die Einrichtung wird demnächst ausgesiedelt. Gespräche mit der Stadt folgen.

Menschenunwürdige Zustände herrschen derzeit in der Notschlafstelle am Schusterbergweg in Innsbruck. „Die Bettwanzenplage wird immer noch ärger“, schildern betroffene Mitarbeiter. Laufend gebe es Meldungen über Bisse – an Mitarbeitern und Klienten.

Hilfeschrei der Mitarbeiter
„Die Bettwanzen sind überall. In den Büros, in den Zimmern und auf den Korridoren. Wir wissen uns nicht mehr zu helfen“, so der Hilfeschrei. Das Gebäude sei nicht mehr zu retten, nur eine Aussiedlung sei eine Lösung – und die Aussiedlung wird jetzt auch tatsächlich passieren.

In der Notschlafstelle herrschen menschenunwürdige Zustände.
In der Notschlafstelle herrschen menschenunwürdige Zustände.(Bild: Christof Birbaumer)

Problem Hohlkörperdecken?
Denn im Zuge der Vorbereitungen für den Neubau der Notschlafstelle am Schusterbergweg haben sich neue bautechnische Erkenntnisse ergeben: Bei Bohrungen wurde festgestellt, dass es sich bei den ursprünglich als Stahlbetonzwischendecken ausgewiesenen Bauteilen tatsächlich um Hohlkörperdecken handelt.

Bettwanzenkampf nicht nachhaltig
Diese bislang unbekannte Bauweise könnte auch erklären, warum die umfangreichen Maßnahmen zur Bettwanzenbekämpfung keine nachhaltige Wirkung erzielt haben, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landesrates LHStv. Philip Wohlgemuth (SPÖ).

Zitat Icon

Mit den neuen Erkenntnissen aus der Bauplanung haben wir jetzt die Möglichkeit, gleich zwei wichtige Lösungen miteinander zu verbinden.

LHStv. Philip Wohlgemuth (SP)

Da das Bestandsgebäude für den Neubau ohnehin zur Gänze geräumt werden müsse und die intensive Bettwanzenbekämpfung bislang keine langfristige Verbesserung gebracht habe, sollte daher der Betrieb der Notschlafstelle aus dem bestehenden Gebäude in eine vorübergehende Ersatzunterkunft verlegt werden.

Rascherer Baustart möglich
Durch eine frühzeitige Übersiedlung könnte das bestehende Gebäude vollständig für die Bauarbeiten freigemacht werden. Das würde einen rascheren Baustart ermöglichen – derzeit geplant für Jänner 2027.

Mit Stadt Übergangslösung finden
„Mit den neuen Erkenntnissen aus der Bauplanung haben wir jetzt die Möglichkeit, gleich zwei wichtige Lösungen miteinander zu verbinden: die rasche Verbesserung der Situation am Schusterbergweg und eine Beschleunigung des Neubaus“, betont LHStv. Philip Wohlgemuth, „gemeinsam mit der Stadt Innsbruck arbeiten wir an einer geeigneten Übergangslösung, damit die Notschlafstelle möglichst rasch aus dem Bestandsgebäude verlegt werden kann“.

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