Situation untragbar

Notschlafstelle: Dramatischer Bettwanzenbefall

Tirol
11.09.2026 18:00

Mitarbeiter der Notschlafstelle Innsbruck der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) schlagen Alarm. Das ganze Haus ist extrem befallen. Der Geschäftsführer habe viel zu spät reagiert, sein Rücktritt wird gefordert.

„Weil die Stühle von Bettwanzen befallen sind, können wir Mitarbeiter im Büro nur stehen“, schildert ein Bediensteter der Notschlafstelle (NOST) gegenüber der „Krone“. Auch das Berühren von Wänden sei nicht möglich, man könne zudem wegen der Bettwanzenplage in der NOST keine Gegenstände anfassen.

Problem lange bekannt 
Das Problem, das sich nun so dramatisch darstellt, sei seit einem Jahr bekannt. TSD-Geschäftsführer Florian Stolz habe aber nichts unternommen. Erst jetzt gebe es Maßnahmen – jedoch viel zu spät, können es die Bediensteten nicht fassen. Das Hinauszögern von Präventionsmaßnahmen ähnle der Vorgangsweise beim Sicherheitskonzept.

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Weil die Stühle von Bettwanzen befallen sind, können wir Mitarbeiter im Büro nur stehen.

Ein Mitarbeiter der NOST

Ein Mitarbeiter, der von Bettwanzen gebissen wurde
Ein Mitarbeiter, der von Bettwanzen gebissen wurde(Bild: Privat)

Alle Konzepte ignoriert
Schon seit zwei Wochen hätte eine Spezialfirma den ganz stark befallenen zweiten Stock behandeln müssen – geschehen ist es aber nicht. „Es wurden mehrere Konzepte für das Bettwanzenproblem geschrieben, diese hat man aber leider ignoriert“, heißt es. Nun sei es zu spät. Die einzige Möglichkeit wäre, so die Mitarbeiter, die NOST – wie schon 2024 – zu schließen und zur Überbrückung für die Klienten neben dem Gebäude ein Zelt aufzustellen.

Eine derart stark befallene Matratze dürfte man niemandem zumuten.
Eine derart stark befallene Matratze dürfte man niemandem zumuten.(Bild: Privat)

TSD erhält jährlich 2,3 Millionen Euro Steuergeld
„Die Tiroler Steuerzahler zahlen jährlich 2,3 Millionen Euro an die TSD, um unter anderem die Notschlafstelle Innsbruck zu betreiben. Da ist ein sicherer und sauberer Arbeitsplatz für Mitarbeiter und Hilfesuchende das Mindeste, das man erwarten darf“, fordert Klubobmann Markus Sint von der Liste Fritz in einer Aussendung. Dies sei aber seit Jahren nicht der Fall.

Außer „Showführungen“ passiere nichts
Es gebe nur „Showführungen“ von Geschäftsführer Florian Stolz. Es fehle das Gespür für die betroffenen Menschen, das Vorgehen grenze an unterlassene Hilfeleistung. Sint: „Der zuständige SP-Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth hat dringenden Handlungsbedarf, Geschäftsführer Stolz ist rücktrittsreif.“

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