Am morgigen Samstag ist der internationale Tag der Bartgeier-Zählung. Auch in Salzburg wird deshalb fleißig der Himmel abgesucht. Greifvogel-Experte Matthias Lehnert erklärt der „Krone“ auf was für Merkmale man achten sollte und was einen Bartgeier von anderen Arten unterscheidet.
Der Bartgeier gilt wegen seiner unfassbaren Größe mit bis zu knapp drei Meter Flügelspannweite als der „Gigant der Lüfte“. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Tiere ausgerottet. Fälschlicherweise wurde angenommen, dass sie Lämmer erlegen und sich auch kleine Kinder schnappen. „Das hat sich lange gehalten. Aber Bartgeier können gar nicht jagen“, erklärt Matthias Lehnert. Er ist Leiter des länderübergreifenden Greifvogelmonitorings im Nationalpark Hohe Tauern.
Geier haben in den Alpen verschiedene Aufgaben
Trotz seiner Größe bringt es der Geier gerade einmal auf fünf bis sieben Kilogramm. Seine Hauptnahrung? Knochen! „Zu 90 Prozent ernähren sie sich davon und sind damit ein wichtiger Teil der Gesundheitspolizei in den Alpen“, sagt der Experte. Denn andere Geier-Arten bedienen sich am Fleisch und an den Muskeln toter Tiere. Der Bartgeier „entsorgt“ quasi das übrig gebliebene Skelett.
Derzeit gibt es im Bundesland fünf bis sieben Bartgeier, darunter ein Paar. Es gehört zu den ältesten in den österreichischen Alpen. „Leider haben sie heuer keinen Nachwuchs bekommen“, so Lehnert. Die Tiere bekommen höchstens ein Junges im Jahr. In freier Wildbahn können sie mehr als 30 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar mehr als 50. Seit dem Beginn der Wiederansiedlungen ab den 1980er-Jahren werden die seltenen Tiere gezählt. So wie am Samstag. Da ist der internationale Bartgeier-Sichtungstag.
Wir sehen anhand der Beobachtungszeiten und weiteren Angaben, ob ein Tier doppelt gesichtet wurde.

Matthias Lehnert, Leiter des länderübergreifenden Greifvogelmonitorings im Nationalpark Hohe Tauern
Bild: Andreas Baldinger
Genaue Angaben zu den Sichtungen sind wichtig
Wird ein Tier gesichtet, soll man dies dem Nationalpark Hohe Tauern melden. „Wichtig dabei ist, wann und wo die Sichtung war, in welche Richtung sich das Tier bewegt und was es gemacht hat“, sagt Lehnert und fügt hinzu: „Ideal wäre ein Foto oder Video, um das Tier anhand der Merkmale zu identifizieren.“
Sollte es am Samstag schlechtes Wetter geben, können Beobachtungen noch bis zum 17. Oktober gemeldet werden. „Den Bartgeier erkennt man sehr gut an seinem orangefarbigen Rumpfgefieder, welches vom Baden in eisenhaltigem Schlamm kommt.“ Außerdem fliegt er niedriger als andere verwandte Arten und nützt stärker die Thermik an den Felswänden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.