Anwälte geben Update

Pike nach gescheiterter Hinrichtung „verwirrt“

Ausland
08.10.2026 06:40
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Von krone.at

Eine Woche nach der gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee haben Anwälte über den Gesundheitszustand von Christa Pike informiert. Die 50-Jährige sei „kognitiv immer noch sehr verwirrt“, aber sie sei sich im Klaren darüber, dass der Staat versucht habe, sie hinzurichten, sagte Anwalt Randy Spivey.

Ihre ersten Worte nach dem Aufwachen im Krankenhaus seien gewesen: „Wo bin ich und wer seid ihr?“. Die verurteilte Mörderin habe ein Blutgerinnsel in einem ihrer Arme und könne keinen ihrer beiden Arme bewegen. „Wir wissen nicht, ob und inwieweit sie die Funktion ihrer Arme wiedererlangen wird“, sagte Spivey. Zudem sei Pike an einer Lungenentzündung erkrankt und werde ernährt. Sie habe einen langen Weg der Genesung vor sich.

Bis Dienstag habe die 50-Jährige nicht mit ihren Anwälten und ihrem medizinischen Betreuungsteam sprechen können, sagte Anwalt Luke Ihnen. Sie könne inzwischen „in begrenztem Umfang sprechen“. „Am Montagabend gingen wir davon aus, dass Christa hirntot war, und dass die lebenserhaltenden Maßnahmen am nächsten Tag abgeschaltet werden würden“, ergänzte Spivey. Zur „großen Überraschung“ aller sei Pike aber aufgewacht und habe zu sprechen begonnen.

Die Anwälte forderten, dass die Beweismittel zur versuchten Hinrichtung vergangene Woche gesichert werden, falls Pike eine zukünftige Hinrichtung anfechten müsse. Dem gab Richtern I‘Ashea Myles statt. Laut Berichten wird wohl der Gesundheitszustand entscheidend dafür sein, ob es einen weiteren Versuch geben wird. Pike wurden am Mittwochabend vor einer Woche zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht. Sie war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zu dem Tatzeitpunkt 18 Jahre alt.

Jamaal Howard wurde am Mittwochabend in Texas mit demselben Gift wie Pike exekutiert.
Jamaal Howard wurde am Mittwochabend in Texas mit demselben Gift wie Pike exekutiert.(Bild: AFP/HANDOUT)

Todesstrafe in Texas vollstreckt
Im US-Bundesstaat Texas ist am Mittwochabend (Ortszeit) ein Mann mit demselben Gift exekutiert worden. Jamaal Howards Anwälte hatten unter Verweis auf den Fall Pike einen Aufschub in letzter Minute verlangt, dem wurde aber nicht stattgegeben. Howard (46) war zum Tode verurteilt worden, weil er 2000 einen Supermarkt überfallen und die Mitarbeiterin Vickie Lee Sartout getötet hatte. Der damals 20-Jährige erbeutete dabei 114 US-Dollar und eine Stange Zigarette. Es tue ihm leid, was geschehen sei, sagte er.

In diesem Jahr wurden in den Vereinigten Staaten bisher 30 Todesurteile vollstreckt. Im Vorjahr waren 47 Menschen hingerichtet worden. Christa Pike wäre die erste Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen.

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