Spektakel in Italien
PS-Geprotze: Ferrari tritt gegen Kampfjet an
Die italienische Marine will am 11. Oktober einen F-35B-Kampfjet gegen einen Ferrari SF90 auf einer Landebahn antreten lassen. In zwei Rennen soll sich zeigen, wie schnell der Jet nach einem kurzen Start beschleunigt und wie stark das Automobil dagegenhält.
Ein Sprecher der Marine bestätigte im Onlineportal „Defense News“ das Duell. Damit treffen militärische Start- und Landelogik sowie Motorsport-Performance direkt auf einer gemeinsamen Bahn aufeinander. Stattfinden soll das Duell auf dem Marine-Stützpunkt Grottaglie in Süditalien. Der erste Sprint führt über eine Aluminium-Piste, die die Marine für Landungen ihrer F-35B nutzt. Beide Maschinen starten aus dem Stand.
Bei zweitem Rennen soll F-35 nach 500 Metern weiterfliegen
Der zweite Wettbewerb soll noch spektakulärer werden. Dann treten Ferrari SF90 und F-35B über 2,8 Kilometer auf Asphalt und Aluminium gegeneinander an. Nach den ersten 500 Metern soll der Kampfjet abheben und den Rest der Strecke in rund 20 Metern Höhe weiterfliegen.
Ferrari wird von einem Geschwindigkeitsrekordhalter gefahren
Am Steuer des Ferrari wird Fabio Barone sitzen. Der 54-Jährige hat laut „Focus“ bereits sieben Geschwindigkeitsrekorde in einem Ferrari aufgestellt. „Wir sind es gewohnt, ein Ergebnis zu holen, aber das wird hart“, sagt er. Barone rechnet damit, dass sein Ferrari SF90 von null auf 100 km/h in 2,6 Sekunden beschleunigt.
Ferrari SF90 vs. Kampfjet F-35B
- Länge: SF90: 4,71 Meter vs. F-35B: 15,6 Meter
- Breite: SF90: 1,97 Meter vs. F-35B: 10,7 Meter
- Gewicht: SF90: rund 1,6 Tonnen vs. F-35B: rund 27 Tonnen
- Antrieb: SF90: Hybridantrieb mit 4,0-Liter-V8 und drei Elektromotoren vs. F-35B: F135-Turbofan mit LiftSystem
- Höchstgeschwindigkeit: SF90: 340 km/h vs. F-35B: 1930 km/h
- Preis: SF90: mindestens 435.000 Euro vs. F-35B: rund 120 Millionen US-Dollar (etwa 107 Millionen Euro)
Spezielle Motorabstimmung vorgesehen
Für das Rennen sei eine spezielle Motorabstimmung vorgesehen. Auf den 500 Metern soll der Ferrari etwa 330 km/h erreichen und die Strecke in acht bis neun Sekunden absolvieren. Die Belastung im Auto werde hoch, sagte Barone. „Bei dieser Beschleunigung wirken 2,2 g auf mich, das entspricht 140 Kilo Druck.“
Nach Angaben von „Interesting Engineering“ nutzen beide dieselbe 35 Meter breite Bahn. Am Boden liegen zwischen Auto und Jet nur etwa 15 Meter. „Wir werden sehr nah beieinander sein“, sagt Barone. Probleme erwartet er vor allem auf den Aluminiumplatten: „Die Herausforderung wird sein, über diese Platten zu fahren, weil sie Vibrationen erzeugen.“
„Kampfjet wird langsamer losfahren, hat aber mehr Leistung“
Der Ferrari bringt seine Leistung über Reifen auf den Boden. Die F-35B arbeitet mit einem Pratt-&-Whitney-F135-Triebwerk und ihrem Start- und Landungssystem für kurze Starts und senkrechte Landungen. Barone erwartet deshalb unterschiedliche Rennverläufe: „Die F-35B wird langsamer losfahren, hat aber mehr Leistung.“
Das Ziel ist nicht nur ein Spektakel, sondern eine anschauliche Vergleichsfolie für zwei sehr unterschiedliche Antriebskonzepte. Der Jet kann auf extrem kurzer Fläche starten, in der Luft stabilisieren und vertikal landen; der Rennwagen wiederum optimiert seine Leistung auf kurze Sprints und klare, wiederholbare Messläufe. Genau diese Gegensätze macht man sich zunutze.
Das historische Duell von 2003: Schumacher gegen Eurofighter
Das berühmteste Duell „Kampfjet gegen Ferrari“ fand im Dezember 2003 auf dem italienischen Luftwaffenstützpunkt Grosseto statt, als Michael Schumacher in einem Formel-1-Ferrari gegen einen Eurofighter antrat. Der Jet gewann über 900 und 1200 Meter. Schumacher entschied den Lauf über 600 Meter für sich. Er erreichte 294 km/h, kam nach 9,4 Sekunden ins Ziel und war um zwei Zehntelsekunden schneller.

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