Am dritten Jahrestag des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 sind in Israel mehrere Mahnwachen abgehalten worden. Zudem versammelten sich Demonstrierende unter anderem vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Sie forderten eine staatliche Untersuchungskommission zu dem Überfall.
Auch vor dem Parlament in Jerusalem versammelten sich Menschen, zudem wurde die Stadtautobahn bei Tel Aviv kurzzeitig blockiert. Bisher gibt es keine umfassende Aufarbeitung der Regierung zu der Frage, wie es zu dem Massaker vom 7. Oktober 2023 kommen konnte und welche Fehler im Sicherheitsapparat und von der Politik gemacht wurden. Kritikerinnen und Kritiker werfen Netanyahu und seiner Koalition vor, keine persönliche Verantwortung für das Versagen zu übernehmen.
Bei dem Überfall vor drei Jahren wurden ungefähr 1200 Menschen in Israel getötet und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Ein Teil der Entführten starb, ein Teil wurde wieder freigelassen. Das Massaker war der Auslöser des Kriegs in Gazastreifen, bei dem mehr als 74.000 Palästinenserinnen und Palästinenser ums Leben kamen.
Angehörige sprachen bei Mahnwachen
Zum dritten Jahrestag am Mittwoch wurde am Ort des Nova-Musikfestivals eine Schweigeminute abgehalten. Mindestens ein Anwesender spielte Techno-Musik im Gedenken an die Opfer ab. Ihre Tochter Bar habe sie damals angerufen und sie gebeten, abgeholt zu werden, „weil Raketen in der Luft waren“, sagte Katia Zohar, deren 23-jährige Tochter getötet wurde. Später habe sie noch geschrien, „dass sie auf mich schießen“. „Ich fühle ihn hier. Es tut mir so fürchterlich leid, dass ich ihn nicht retten konnte“, sagte Anna Davitashvili, die ihren 25-jährigen Sohn verlor.
Auch im Kibbuz Kfar Aza nahe der Grenze zu Gaza wurde eine stille Mahnwache abgehalten. Dort wurden Dutzende Menschen getötet und 19 Geiseln verschleppt. Viele Überlebende haben dem Ort den Rücken zugekehrt.
Hisbollah verteidigt Massaker
Die libanesische Terrororganisation Hisbollah, die mit der Hamas verbündet ist, verteidigte den Überfall unterdessen. Es habe sich um einen „mutigen und gerechtfertigten Akt des Widerstands“ gehalten. Die Hisbollah begann einen Tag nach der Attacke mit Raketen- und Artilleriebeschuss auf Nordisrael. Das israelische Militär reagierte mit Luftangriffen und Bodentruppen. Im Libanon wurden mehr als 8950 Menschen getötet und etwa 30.650 weitere verletzt.
Im Gazastreifen wurde im Oktober 2025 eine Waffenruhe vereinbart. Diese ist allerdings brüchig, die israelische Armee greift weiterhin Ziele in dem Gebiet an. Auch im Gazastreifen erinnerten sich die Bewohnerinnen und Bewohner am Mittwoch inmitten der Ruinen an ihr Leben vor dem Krieg.
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