In Tirol hat es heuer mit bisher 78 gemeldeten Fällen – davon vier Todesfälle – so wie in ganz Europa einen Anstieg an Legionelleninfektionen gegeben. 2025 waren es noch 58 Fälle gewesen. Auch die Stadt Innsbruck verzeichnete einen Anstieg: Waren es in den vergangenen Jahren jährlich zwischen fünf und 13 Fällen, gab es 2026 bisher 23 gemeldete Infektionen. Gegen die Ausbreitung wurden Maßnahmen ergriffen.
Eine Infektion wird nicht durch das Trinken von belastetem Wasser ausgelöst, sondern erfolgt vor allem durch das Einatmen feinster, mit Legionellen belasteter Wassernebel oder Wassertröpfchen. Der Großteil der Personen, die Legionellen eingeatmet haben, bleibt ohne Symptome. Nur ein geringer Anteil erkrankt an einer Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem, ältere Personen und Personen mit chronischen Lungenerkrankungen.
Altersheime und Spitäler müssen sensibilisiert werden
Innerhalb dieser Gruppe sind auch die vier Todesfälle – zwei davon in Innsbruck – zu verzeichnen, teilte das Land Tirol mit. Um vor allem öffentliche Gesundheitseinrichtungen wie Altersheime und Krankenanstalten zu sensibilisieren und eventuelle Infektionsquellen zu verhindern, wurde seitens des Landes ein Informationsschreiben an alle Alten- und Pflegeheime, die Gesundheitsämter der Bezirkshauptmannschaften und der Stadt Innsbruck sowie alle Krankenanstalten und niedergelassenen Fachärzte der Allgemeinmedizin und Inneren Medizin übermittelt.
Die Bakterien finden ihren besten Nährboden in Leitungen mit stehendem, warmen Wasser. Ideal für die Vermehrung sind Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad. Erst bei Temperaturen über 60 Grad sterben die Bakterien verlässlich ab. Ein erhöhtes Risiko für die Verbreitung besteht überall dort, wo Wasser nicht ausreichend erhitzt oder regelmäßig ausgetauscht wird, z. B. in Wasserleitungen, die nur selten oder gar nicht benutzt werden.
Leitungen nach dem Urlaub durchspülen
Das Land empfiehlt daher, dass der zentrale Warmwasserspeicher auf mindestens 60 Grad Celsius eingestellt sein soll und wenn Wasserleitungen länger als drei Tage nicht genutzt werden, alle Warm- und Kaltwasserhähne für ein bis zwei Minuten aufzudrehen, um das stehende Wasser vollständig abfließen zu lassen. Bei längerer Nichtnutzung der Leitung sollte für fünf Minuten bei geringem Durchfluss durchgespült werden. Duschköpfe und Brausen solle man dabei am besten flach auf den Wannen- oder Duschboden legen und den Raum kurz verlassen.
Wasserführende Geräte wie Klimageräte, Whirlpools, Innen-Dekorationsbrunnen, Sprühnebel-Ventilatoren, Luftbefeuchter oder Schlafatemtherapie-Geräte (CPAP-Geräte) müssten entsprechend der Herstellerangaben gewartet und gereinigt werden. Vor allem lange Hitzeperioden während der Sommermonate begünstigen eine mögliche Verbreitung, da Warmwasserleitungen seltener genutzt werden.
Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle meldepflichtig
Für den Anstieg der Infektionen in Innsbruck wurden verschiedene Ursachen im Bereich zentraler Trinkwasserversorgungen sowie technischer Anlagen ermittelt und Maßnahmen ergriffen, hieß es seitens der Stadt: „Die Beprobungen von möglichen Quellen von Legionellen-Bakterien im Innsbrucker Stadtgebiet sind nun abgeschlossen und Sofortmaßnahmen zur Eindämmung möglicher Gefahren sind erfolgt.“ Da die Anzahl der Erkrankungen aber inzwischen die zu erwartende Fallzahl übersteige, sei nun, in Abstimmung mit dem Land Tirol, die Öffentlichkeit informiert worden. Das Ergebnis der Laboranalyse sei abzuwarten, der Nachweis von Legionellen dauere hier üblicherweise zehn bis 14 Tage.
Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle im Zusammenhang mit Legionellen sind in Österreich meldepflichtig. Bei Anlassfällen führen die Gesundheitsbehörden immer Beprobungen durch, betonte das Land.
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