„Krone“-Kommentar

Neue Euro-Krise durch Frankreich?

Kolumnen
08.10.2026 05:00

Alle reden von der deutschen Krise und vergessen den Blick nach Frankreich, der zweiten Säule der EU. Frankreichs Krise ist noch ärger und belastet zusehends den Euro. Präsident Macron versteht es aber blendend, durch forsche Auftritte den Verfall des Landes zu kaschieren.

Frankreichs Abstieg hat vor 30 Jahren begonnen und seine Präsidenten haben allen Erpressungen durch die Straße nachgegeben. Heute ist die Grande Nation mit 119 Prozent Staatsschulden (Österreich 84%) und einem Budgetdefizit von 5 Prozent (Österreich 4,1%) das Sorgenkind der EU. Die Innenpolitik ist völlig blockiert.

In diesem Klima ist ein Schülerstreik durch die tatkräftige Mithilfe der Migrantengeneration und angefeuert vom linkspopulistischen Präsidentschaftskandidaten Mélenchon völlig aus dem Ruder gelaufen. In einer Orgie von Vandalismus und Gewalt wurden mehrere Dutzend Schulen und öffentliche Einrichtungen verwüstet bzw. abgefackelt.

1968 hatte Präsident de Gaulle auf den Maiaufstand der Studenten mit der Auflösung der Nationalversammlung und Neuwahlen reagiert. Sie brachten den erwarteten konservativen Gegenschlag der sogenannten schweigenden Mehrheit, denn sie pocht auf Recht und Ordnung. Diese Haltung kann heute von einer migrantischen Gesellschaft nicht mehr von vornherein angenommen werden. Dennoch: Die Siegaussichten von Le Pen waren noch nie so hoch.

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