„Er hat nicht gehört“

Horns Honda war am Ende ein Totalschaden

Fußball National
01.10.2026 10:15

Mit dem Einstieg des Ex-Milan-Stars träumte Horn 2015 gar von der Champions League. Der damalige Co-Trainer vermittelte den Deal – und sah den Absturz früh kommen.

Bei dieser Meldung wurden mit Sicherheit einige im Waldviertel hellhörig. Keisuke Honda (40) kehrte zuletzt nach 1.014 Tagen zurück auf die Fußball-Bühne, will es als Profi in Singapur bei Jurong noch einmal wissen.

Irre Versprechungen
Vor elf Jahren suchte er sein Glück als Investor in Horn. Der Japaner kam im Waldviertel trotz irrer Versprechen aber nie so richtig in die Gänge. Noch ein Auto-Bezug? Gerne. Horns Honda entpuppte sich am Ende als Totalschaden. Aber zurück zum Anfang. St. Pöltens jetziger Technischer Direktor Masaki Morass war 2015 Co-Trainer des damaligen Ostligisten und brachte die Kooperation mit dem Ex-Milan-Star und seinem Cousin Youji auf den Weg. „Honda hatte eine Firma und viele Fußballschulen in Japan und wollte den Talenten einen Karriereweg aufzeigen. Quasi mit Horn als erstem Schritt in Europa“, erinnert sich Morass. Insgesamt sieben Spieler kamen aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Torhüter Shuichi Gonda wurde in Folge sogar japanischer Teamspieler, stand 2022 bei der WM im Tor. „Er war davor in Tokio im Formtief, wollte etwas Neues sehen, machte aber auch hier viele Fehler.“ Wie sein berühmter Landsmann. „In Japan sprach man von einer Übernahme des Klubs, dabei war es nur ein Kooperationsvertrag. Die Sache wurde dann aber immer größer.“ Auch weil der frühere extrovertierte Top-Zehner Bundesliga-Meister werden wollte, von der Champions League fantasierte. Mit einem Fünfjahresplan sollte es auf die internationale Bühne gehen. „Er war bekannt dafür, mit seinen Aussagen in die Offensive zu gehen. Vor der WM 2010 posaunte er, dass er mit Japan Weltmeister wird“, so Morass. „Ich habe ihm gesagt, dass er das hier nicht machen kann. Er hat aber nicht auf mich gehört.“ Nicht nur in diesem Fall.

„Vorher war mehr los“
„Honda selbst war nur ein paar Mal in Horn. Er installierte im Klub eigene Leute wie seinen Cousin, die keine Fachkompetenz hatten, keine Ahnung, wie in Europa alles funktioniert.“ Morass war für das Gespann bald nur noch Mittel zum Zweck. Nach vier Monaten wechselte er nach Innsbruck. „Sie hatten keine Verwendung mehr für mich, meinten, ich sei für sie nur ein Österreicher, der Japanisch spricht.“ Ohne Morass gelang zunächst sogar der Aufstieg in die 2. Liga. 2017 ging es aber wieder runter – und auch das Interesse der Hondas nahm stetig ab. Die Japaner stellten trotz des Wiederaufstiegs im Folgejahr die Investitionen ein. „Es wurde viel versprochen, aber wenig gehalten“, so der 46-Jährige. „Die Kooperation endete Ende 2018. In Japan verkaufte man es anders. Horn sei den Weg nicht mitgegangen.“

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