Die geplante Sanierung der insolventen Leopold Immobilien GmbH aus Dornbirn ist gescheitert. Das Unternehmen des Vorarlberger Immobilienjongleurs Mario Kmenta wird geschlossen und abgewickelt. Der Kreditschutzverband von 1870 sieht rund um die Pleite mit rund 15 Millionen Euro Verbindlichkeiten großen Aufklärungsbedarf.
Wie die Wirtschaftspresseagentur (wpa) in Erfahrung brachte, gehen bei der insolventen Leopold Immobilien GmbH mit Sitz in Dornbirn nun endgültig die Lichter aus, das Unternehmen wird abgewickelt. Das Landesgericht Feldkirch ist einem entsprechenden Antrag des Sanierungsverwalters Tobias Gisinger gefolgt. Mitte August war ein Sanierungsverfahren für das Unternehmen von Geschäftsführer Mario Kmenta eröffnet worden. Der ursprünglich vorgelegte Sanierungsplan sah eine Quote von 39 Prozent vor, erst vor wenigen Tagen wurde diese adaptiert und auf 30 Prozent gesenkt. Umso überraschender ist es daher, dass die Firma jetzt abgewickelt wird.
Einnahmen entpuppten sich als Luftschloss
Gisinger begründete gegenüber der wpa das Scheitern damit, dass der vorgestellte Sanierungsplan „nicht einmal im Ansatz“ umsetzbar gewesen sei. So hätten sich etwa von Kmenta in Aussicht gestellte Einnahmen als Luftschluss entpuppt – denn die von ihm angeführten Mieterlöse flossen bereits seit längerer Zeit an eine Bank, um dort offene Forderungen abzudecken. Zudem sind viele Liegenschaften mit Pfandrechten belastet. Am Ende fehlte schlicht das nötige Geld für ein Sanierungsverfahren. Ab sofort gehe es laut Gisinger vor allem darum, die vorhandenen Vermögenswerte im Sinne der Gläubiger bestmöglich zu verwerten.
Massive Probleme an vielen Fronten
Insgesamt sind 49 Gläubiger von der Pleite betroffen, die Summe ihrer Forderungen beläuft sich aktuell auf rund 15 Millionen Euro. Im Grunde ist die Misere allerdings noch weit größer, denn das Immobilienreich von Mario Kmenta bröckelt an allen Ecken und Enden: So wurde etwa erst am Montag über die LeoLu GmbH, ein 50-prozentiges Tochterunternehmen der Leopold Immobilien GmbH, ein Konkursverfahren eröffnet. Die Tatsache, dass Kmenta offenbar an vielen Fronten zu kämpfen hat, stimmt Gisinger wenig hoffungsfroh: „Angesichts dieser Umstände muss man davon ausgehen, dass die Quote für die Gläubiger vermutlich eher überschaubar ausfallen wird.“
Verkalkuliert und verspekuliert
Die Ursachen für den Niedergang sind vielfältig – und lassen sich doch auf einen Nenner bringen: Kmenta hat sich in großem Stil verkalkuliert und verspekuliert. Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit werden unter anderem die seit Ende 2022 deutlich gestiegenen Finanzierungskosten infolge des Zinsanstiegs sowie die sinkenden Preise auf dem Immobilienmarkt genannt, geplante Verkäufe konnten nicht zu den erhofften Erlösen umgesetzt werden. Irgendwann läuteten dann auch bei den Banken alle Alarmglocken – Finanzierungsverbindlichkeiten wurden fällig gestellt, was die Kmenta-Unternehmen zusätzlich unter Druck setzte. Dem nicht genug, sind aus diversen Bauvorhaben noch mehrere Klagen anhängig. Diese Gemengelage erinnert stark an den Untergang von René Benkos Signa-Seifenblase, wenngleich dieser in anderen finanziellen Dimensionen agiert hat.
Kreditschutzverband sieht erhöhten Aufklärungsbedarf
Beim KSV1870 werfen die Vorgänge der vergangenen Tage jedenfalls etliche Fragen auf. „Es ist schon verwunderlich, dass die Vertreter der Leopold Immobilien GmbH noch am 25. September einen modifizierten Sanierungsplan vorlegten und wenige Tage später der Schließung des Unternehmens zustimmen“, gibt KSV1870 Vorarlberg-Standortleiter Nathaniel Heinritz im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur zu bedenken. Ebenfalls kritisch zu hinterfragen sei der Umstand, dass Kmenta im Sanierungsplan auf Mieteinnahmen verwiesen habe, die ihm gar nicht mehr zur Verfügung stünden. Heinritz ortet jedenfalls einen „erhöhten Aufklärungsbedarf“ rund um alle derzeit anhängigen Insolvenzverfahren, die mit Mario Kmenta in Verbindung stehen.
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