TBC-Bekämpfung

Grüne blasen zum Halali auf Landesrat Gantner

Vorarlberg
29.09.2026 17:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die TBC-Lage in den Vorarlberger Ställen spitzt sich nach dem Ende der Alpsaison weiter zu. Nachdem erst in der vergangenen Woche ein Hof wegen eines Infektionsfalls gesperrt und vier Tiere getötet werden mussten, wächst die Unsicherheit bei den Landwirten. Der politische Druck auf den zuständigen Landesrat Christian Gantner (ÖVP) nimmt zu.

Nach dem Auftreten der jüngsten TBC-Fälle haben die Grünen Agrarlandesrat Christian Gantner, der politisch auch für die Jagd verantwortlich zeichnet, ins Visier genommen. Dieser hat nach Ansicht der Öko-Partei die Ausbreitung der Krankheit nicht mehr im Griff. „Es braucht Unterstützung seitens des Bundes, um die Tuberkulose-Seuche wirksam einzudämmen“, fordert die grüne Landwirtschaftssprecherin Christine Bösch-Vetter.

Großteil der geforderten Abschüsse fehlt
Zwar betone Gantner stets, wie entscheidend die konsequente Reduktion des Rotwildbestands für die Seuchenbekämpfung sei, doch ein Blick auf die Zahlen offenbare eine massive Lücke. So hinke man etwa in der Jagdregion Bezau-Schönenbach zur Halbzeit des Jagdjahres weit hinter den geforderten Abschüssen hinterher – über 400 Stück Rotwild müssten dort bis Jahresende noch erlegt werden. Gleichzeitig würden die Untersuchungen erlegter Tiere zeigen, dass das Infektionsgeschehen keineswegs abflaue.

In einem Landtagsantrag fordert Bösch-Vetter nun Schützenhilfe aus Wien: Ganz konkret soll das Gesundheitsministerium eine unabhängige, fachliche Bundaufsicht einsetzen. Diese soll den Vollzug der Maßnahmen objektiv prüfen und gegebenenfalls nachschärfen, ohne jedoch die lokalen Behörden zu ersetzen. Das gemeinsame Ziel, eine dauerhafte Eindämmung von TBC bei Wild- und Nutztieren, müsse endlich erreicht werden.

Christine Bösch-Vetter (Grüne) dürfte sich mit ihrem Angriff auf Landesrat Gantner keine Freunde ...
Christine Bösch-Vetter (Grüne) dürfte sich mit ihrem Angriff auf Landesrat Gantner keine Freunde bei der ÖVP gemacht haben.(Bild: Sophie Renner)

Seitens der Volkspartei wurde nach diesem Vorstoß umgehend scharf zurückgeschossen: Landwirtschaftssprecher Bernhard Feuerstein bezeichnet die Vorwürfe der Grünen als voreilig und unsachlich. „Wer sich mit der Jagd beschäftigt, weiß, dass die Hauptjagdzeit im Herbst liegt. Abschüsse verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jagdjahr. Im September bereits ein Scheitern der Jahresvorgaben nahezulegen, ist voreilig und gegenüber den Jagdverantwortlichen unfair!“

Feuerstein: „Keine Ängste bei den Bauern schüren“
Außerdem würden die verbindlichen Jahresziele bis Ende März 2027 gelten. Landesrat Gantner habe bereits klargemacht, dass bei Nichterfüllung eine weitere Verschärfung der Maßnahmen drohe. Feuerstein warnt davor, das ernste Thema der Seuchenbekämpfung für politisches Kleingeld zu missbrauchen und unnötige Ängste unter den Bauernfamilien zu schüren. Der Kampf gegen TBC erfordere langen Atem, Ausdauer und einen Schulterschluss aller Beteiligten anstatt schuldzuweisender Fingerzeige.

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