Heuer verbuchte das beliebte Ausflugsziel im Nordburgenland eine Rekordzahl an Gästen, gleichzeitig gab es aber auch ungewöhnlich viele Tote.
Licht und Schatten liegen dieses Jahr nah beieinander, wenn es um die Bilanz für den Neufelder See geht. Einerseits kann der See aufgrund der besonders heißen Sommertage ein absolutes Spitzenergebnis vorweisen: 242.000 Besucher konnten bei dem beliebten Ausflugsziel begrüßt werden. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt bei 140.000 Gästen pro Saison. Der höchste Tageswert 2026 betrug 8500 Ausflügler.
Vier Tote in wenigen Monaten
Gleichzeitig gibt es aber auch außergewöhnlich viele Tote zu verzeichnen. Bereits im Mai konnte ein Taucher nur mehr tot geborgen werden. Im August ertranken sowohl eine 83-Jährige als auch ein 20-Jähriger. Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde ein 83-Jähriger leblos aus dem Wasser gezogen.
Mehr Schwimmhilfen und Defis
Die Neufelder Seebetriebe setzen deswegen jetzt auf zusätzliche Maßnahmen, um den Badespaß sicherer zu machen. Schon diese Saison wurden in Kooperation mit dem KFV kostenlose Schwimmbojen für die Badenden angeboten. „Das werden wir im nächsten Jahr massiv ausbauen“, kündigt Bürgermeister Michael Lampel an. Schon heuer seien die Schwimmhilfen sehr gut angenommen worden. Bereits angeschafft wurden fünf neue Defibrillatoren, die im Ernstfall rasch zur Verfügung stehen sollen und beim Strandbad sowie beim Mobilheimplatz installiert werden.
Drohne für Suchaktionen
Darüber hinaus haben die Seebetriebe in enger Abstimmung mit der Wasserrettung Burgenland eine moderne Unterwasserdrohne für angekauft. „Diese wird der Wasserrettung für Einsätze am Neufelder See zur Verfügung gestellt und kann die Einsatzkräfte insbesondere bei Suchaktionen unter Wasser unterstützen“, erklärt Lampel.
Menschen gehen im Wasser „lautlos“ unter
Warum es heuer so viele Tote gegeben hat, lässt sich nicht so einfach beantworten. Laut Maria Jessica Wiesinger, Landesreferentin bei der Wasserrettung Landesverband Burgenland, kann Selbstüberschätzung dazu führen, dass Menschen zu weit hinaus schwimmen und es dann nicht zurück schaffen. Aber auch medizinische Gründe sind möglich, etwa wenn jemand einen Herzinfarkt oder einen Kreislaufkollaps hat.Hinzu komme, dass Menschen „lautlos“ untergehen würden. „Es ist ein Irrglaube, dass sie um Hilfe schreien“, sagt Wiesinger.
Wasserrettung bietet Kurse an
Auch sei ein Notfall für Ungeschulte nicht sofort zu erkennen. Die verzweifelten Versuche, sich über Wasser zu halten, würden von der Ferne wirken, als würden der Ertrinkende winken. Die Wasserrettung, die auch in Neufeld einen Stützpunkt hat, bietet regelmäßig Schwimmkurse in verschiedenen Schwierigkeitsstufen an. Diese sind für alle zugänglich und lehren auch Rettungstechniken. Grundsätzlich rät Wiesinger, stets die Baderegeln zu beachten und nicht ins Wasser zu gehen, wenn man sich nicht wohl fühlt.
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