Gymnasien blockiert

Gewaltsame Schulproteste in Frankreich eskalieren

Ausland
29.09.2026 17:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die teilweise gewaltsamen Proteste an Schulen in Frankreich weiten sich aus: Mehr als 300 Gymnasien waren von Blockaden oder Protestaktionen im Tagesverlauf betroffen. In Bildern von den Schauplätzen sind Brände, verbarrikadierte Schuleingänge und großes Polizeiaufgebot zu sehen.

Zu Mittag sei der Zugang zu 40 Gymnasien weiterhin komplett blockiert gewesen, an 44 weiteren Schulen versuchten Protestierende, Blockaden zu errichten. Bei den Protestaktionen habe es 40 Festnahmen und zehn Verletzte gegeben, darunter Schüler und Lehrkräfte. Die Gymnasialgewerkschaft USL sprach von 400 blockierten Gymnasien.

Schüler reißen eine Ampel neben einer Schule in Lille um.
Schüler reißen eine Ampel neben einer Schule in Lille um.(Bild: AP/Jean-Francois Badias)

Schüler beklagen fehlende Lehrer und schlechte Ausstattung
Die Proteste hatten bereits am vergangenen Freitag an weiterführenden Schulen im Großraum Paris begonnen. Sie richten sich gegen fehlende Mittel, zu wenig Lehrkräfte an den Schulen und heruntergekommene Gebäude. Am Montag waren bei Protesten an Schulen in mehreren Städten Frankreichs Dutzende Menschen verletzt und mindestens 164 festgenommen worden. Während die Regierung Gewalt seitens der Protestierenden beklagte, warnten die Gewerkschaften davor, die Polizei gegen die legitimen Proteste der jungen Leute einzusetzen.

Weitere Bilder von den Protesten:

Am Dienstag fand in Frankreich außerdem ein nationaler Streiktag im öffentlichen Dienst statt. Dieser dreht sich um befürchtete Einsparungen im Budgetentwurf für das kommende Jahr, den Premier Sébastien Lecornu am Donnerstag vorlegen will. Nötig sind Milliardeneinsparungen, da Frankreichs Staatsverschuldung inzwischen auf einen Rekordwert angestiegen ist.

Wie bereits im vergangenen Jahr dürfte es ein Kraftakt für das Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron werden, das Budget ohne eigene Mehrheit durchs Parlament zu bringen. Wie im Vorjahr will Lecornu auf die Sozialisten (PS) zugehen, um eine Kompromisslinie zu finden. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr sind radikale Einschnitte aber nicht zu erwarten.

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