30-Jährige verurteilt

Cybermobbing endete mit Großeinsatz der Polizei

Gericht
29.09.2026 18:30

Monatelang terrorisierte eine 30-Jährige ihren Ex-Freund und auch sein Umfeld. Die junge Mutter schickte eine Todesdrohung nach der anderen, ließ sich immer wieder etwas Neues einfallen – auch als schon Ermittlungen gegen sie liefen. Als sie dann letztlich einen Auftragskiller ins Gespräch brachte, gab es auch noch einen riesigen Einsatz. Vor Gericht muss die Wienerin nur schmunzeln.

Die zierliche 30-Jährige schmunzelt, als der Opfervertreter versucht zu verdeutlichen: „Es hat ein Ausmaß angenommen, dass mein Mandant die Flucht ergriffen hat. Er hat sich zu Tode gefürchtet.“ Was angesichts der angeklagten Vorwürfe verständlich ist: Es geht um zig Drohungen über Nachrichten, Fake-Profile auf Instagram und mehr.

Axt-Emoji und Jagd angekündigt
Sogar als die Polizei schon ermittelte, es eine einstweilige Verfügung gab, hörte die junge Mutter nicht auf, ihren Ex-Freund und dessen beste Freundin zu terrorisieren. Die Angeklagte schickte Axt- oder Sanduhr-Emojis versehen mit dem Text „Tik Tak. Tik Tak.“ Sie kündigte an, den jungen Mann und das zweite Opfer zu jagen, jemanden zu beauftragen, der sie fertig machen würde. „Ich hab‘ sogar Kameras für daheim gekauft“, sagt die Freundin ihres Ex im Zeugenstand.

Eliteeinheit musste anrücken 
Der 28-Jährige erinnert sich im Wiener Landl: „Ich hab‘ sogar eine Zeit mein Zuhause verlassen. In dem Moment hätte ich ihr alles zugetraut.“ Seinen Höhepunkt fand die Drohserie dann am 19. August: So veröffentlichte sie auf Social Media einen Countdown – sei der abgelaufen, würde etwas Schlimmes passieren. Parallel alarmierte die 30-Jährige die Polizei. „Sie müssen bitte meinen Ex und seine Familie warnen. Ich hab‘ einen Scheiß gebaut“, sagte sie am Notruf, dass sie einen bewaffneten Bekannten angewiesen hätte, dem 28-Jährigen etwas zu tun. 

Zitat Icon

Wir sind alle panisch ins Badezimmer, haben uns dort auf den Boden gesetzt und gewartet, bis die Polizei uns anruft.

Zeuge spricht über Drohung mit Auftragskiller

Eine Drohung, die die Polizei freilich sehr ernst nahm und mit einem Team der Spezialeinheit beim Opfer zu Hause anrückte. „Wir sind alle panisch ins Badezimmer, haben uns dort auf den Boden gesetzt und gewartet, bis die Polizei uns anruft“, erzählt der 28-Jährige. Zwei Männer waren mit Sturmgewehr vor der Tür positioniert, weitere durchstreiften die Umgebung. „Die waren bis 23 Uhr bei uns Zuhause.“ Erst dann gab es Entwarnung. 

„Dachte nicht, dass ich in Haft komme“
Und für die junge Frau klickten am 27. August die Handschellen. „Es hat sich extrem viel Wut angestaut“, erklärt sie jetzt Frau Rat. „Ich dachte nicht, dass ich für eine Drohung, die ich nie wahr machen würde, in Haft kommen kann oder generell was passiert.“ – „Sie haben etliche Male Drohungen geschrieben“, wird die Wienerin erinnert.

Der Staatsanwalt fordert besonders aus generalpräventiven Gründen eine empfindliche Strafe: „Wir haben hier wieder gesehen, was in der Gesellschaft falsch ist: Erstens ist das Internet anscheinend ein rechtsfreier Raum. Da kann man machen, was man will. Und zweitens, meint sie, sie wusste nicht, dass das strafbar ist.“

Straftat
Gefährliche Drohung und mehr
Strafrahmen
bis zu drei Jahre Haft
Urteil
12 Monate teilbedingt
rechtskräftig

Es setzt letztlich ein Jahr Haft, davon drei Monate unbedingt, wegen beharrlicher Verfolgung, zig Fällen von gefährlicher Drohung und an fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems – kurz Cybermobbing. „Das ist absurd, was da alles passiert ist. Wir haben einen fünfseitigen Strafantrag. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Erheblichkeit bei Ihnen angekommen ist“, begründet die Richterin. Die Angeklagte nimmt das Urteil jedenfalls an.

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