Dienstagfrüh fielen die Schüsse: Im südoststeirischen Straden, wo seit Langem ein Streit um die Haltung von Bisons tobt, wurden vier Rinder auf Geheiß der Behörden getötet.
Über die Haltung der Bisons in Straden haben wir schon öfter berichtet, auch wegen ausgebüxter Tiere. Zuletzt war die Anzahl der Rinder ein massives Problem. „Wenn Jungbullen um die Rangordnung kämpfen, kann das ein blutiger Kampf um Leben und Tod sein, inmitten der Herde“, so der versierte Landesveterinär Peter Eckhardt. „Das ist der tierschutzrechtliche Aspekt. Die Verwahrung, weil der Zaun nicht optimal ist, ist ein zweiter.“
Da der Halter die Zahl der 70 Rinder trotz Aufforderung nicht um 15 Bullen reduzierte, machte die Behörde jetzt ernst. Am Dienstag in aller Früh rückte eine Einsatzgruppe aus, vier Tiere wurden erschossen.
„Ein Skandal, eine Riesensauerei“, tobt der Halter. „Mir wurde jede Unterstützung vorenthalten, um die Tiere selbst zu töten und vernünftig zu verwerten. Jetzt wurden die rausgeschossen, das wertvolle Fleisch wird wie Müll weggeschmissen.“
Bullen sollten erschossen werden, aber zwei Kühe getötet
Außerdem „waren da neben meinem schönsten Zuchtbullen auch zwei Kühe – obwohl man den Abschuss an den Jungbullen festgemacht hat. Unfassbar. Ich überlege alles an Maßnahmen, was möglich ist.“ Der Halter bringt eine der toten Kühe an die Veterinärmedizinische Uni nach Wien – auch um festzustellen, ob sie vielleicht sogar trächtig war. „Und um zu beweisen, dass sie gesund war.“
Die Behörde gibt sich auf präzise Fragen (Wer hat geschossen, wie viele Schüsse waren nötig etc.) bedeckt. Die Vollstreckungshandlung sei auf Grundlage des rechtskräftig erlassenen Reduktionsbescheides erfolgt, die Schussabgabe durch beauftragtes Fachpersonal erfolgt, der Vollzug sei reibungslos verlaufen. „Eine Gefährdung der eingesetzten Organe oder der angrenzenden Bevölkerung trat zu keinem Zeitpunkt ein“, betont Bezirkshauptmann Alois Maier. Und warum Kühe statt Bullen? Die hätte man, heißt es, wegen Schmerzen erlegen müssen.
Für die Tiere und von der Lebensmittelverwertung her ist das natürlich ein bitterer Ausgang.

Dr. Peter Eckhardt, Landesveterinär
Bild: Sepp Pail
Es waren nicht die letzten Schüsse. Wenn der Tierhalter den Vorgaben nicht nachkommt, gibt es laut Behörde weitere Vollzugsmaßnahmen. Und: Der Tierhalter habe sich nicht bereit erklärt, die Tiere einer Verwertung zuzuführen.
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