Erste Single

Stani: „Ich führe im Prinzip ein Doppelleben“

Adabei Österreich
29.09.2026 05:00

Mit Alle Achtung feierte Frontsänger Christian Stani große Erfolge – nun möchte er den musikalischen Alleingang wagen. Im „Krone“-Gespräch spricht er über seinen Neustart, den neuen Song, sein „Doppelleben“ zwischen Band und Soloprojekt und darüber, warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist.

Es war das Jahr 2020, als Alle Achtung mit ihrem Hit „Marie“ der große Durchbruch gelang. Zwölf Jahre nach der Gründung der Band möchte ihr Frontmann, Christian Stani, auch solo durchstarten. „Ich wollte das schon sehr lange. Wir haben gemeinsam unglaublich viel erleben dürfen. Trotzdem wollte ich auch andere Geschichten erzählen und persönliche Botschaften weitergeben“, sagt er im „Krone“-Gespräch. Der Erfolg mit „Marie“ habe dabei durchaus auch seine Spuren hinterlassen. Nach einem derart großen Hit versuche man automatisch, wieder etwas Ähnliches zu schaffen oder diesen sogar noch zu übertreffen. Genau davon wollte sich Stani mit seinem eigenen Projekt ein Stück weit lösen. Ihm gehe es diesmal weniger darum, unbedingt den nächsten Hit zu landen, sondern jene Musik zu machen, die er selbst spürt – und Geschichten zu erzählen, die er kennt und lebt.

Den Anfang macht seine am Freitag erschienene Single „Lass gut sein“, in der es ums Loslassen und die Vergänglichkeit von Momenten geht. Der Titel entstand aus einem sehr persönlichen Erlebnis. Gemeinsam mit der mittlerweile verstorbenen Großmutter seiner Frau blätterte der 45-Jährige durch alte Fotos. Auf einem davon war ein Hochzeitspaar zu sehen, an das sich selbst die damals über 90-Jährige nicht mehr erinnern konnte. Ein Gedanke, der den Sänger nicht mehr losließ: Irgendwann werde niemand mehr wissen, wer diese Menschen waren, welche Hoffnungen sie hatten oder wie ihr Leben weiterging. „Irgendwann wird es keinen mehr geben, der uns kennt“, erzählt Stani. Gerade deshalb wolle er Begegnungen und gemeinsame Momente heute bewusster wahrnehmen.

Es ist noch nicht ganz vorbei
Auch musikalisch erlaubt sich der Sänger dabei heute mehr Nähe als früher. Privates öffentlich zu machen, wäre ihm zu Beginn seiner Karriere deutlich schwerer gefallen. „Ich habe damals sicher nicht das Selbstvertrauen gehabt“, gibt er zu. Zu viele Eindrücke, Ratschläge und Meinungen von außen hätten ihn damals beeinflusst. Heute sehe er das anders: „Ich bin an einem Punkt, wo mir das immer mehr wurscht ist.“ Entscheidend sei für ihn vor allem eines: authentisch zu bleiben. Dass ausgerechnet „Lass gut sein“ sein erster eigener Song geworden ist, passt auch zu seiner Persönlichkeit. Denn der Sänger beschreibt sich selbst als jemanden, der nur selten lange böse auf andere ist. „Ich bin überhaupt nicht nachtragend“, sagt er. Selbst wenn Vertrauen verletzt werde, versuche er zu verstehen, welche Gründe oder eigenen Sorgen hinter dem Verhalten eines Menschen stecken könnten. „Ich verurteile niemanden.“

Stani ist noch weiter Teil der Band Alle Achtung. Er hat aber schon länger darüber nachgedacht ...
Stani ist noch weiter Teil der Band Alle Achtung. Er hat aber schon länger darüber nachgedacht solo durchzustarten und persönlichere Geschichten zu erzählen.(Bild: aarvidauner)

So sehr Stani mit seinen neuen Liedern aber andere Geschichten erzählen will, die gemeinsame mit Alle Achtung ist noch lange nicht vorbei. „Ich bin ja trotzdem Sänger der Band. Böse ist Gott sei Dank niemand auf mich – es ist einfach mein Ding und wird so akzeptiert.“ Dass er als Stimme und Gesicht der Gruppe nun zusätzlich eigene Wege geht, habe zwar einen etwas anderen Stellenwert als die Nebenprojekte seiner Kollegen, negative Reaktionen habe es bislang aber keine gegeben.
Und auf seine Rolle bei Alle Achtung möchte Stani ohnehin keinesfalls verzichten. Dort gehe es für ihn weiterhin um Energie, Party und gute Stimmung. „Im Prinzip führe ich ein musikalisches Doppelleben“, bringt er es lachend auf den Punkt.

Menschen berühren
Wohin ihn dieser musikalische Seitensprung führen soll, weiß der Musiker jedenfalls schon ziemlich genau. In den kommenden Jahren will er die neuen Lieder auch live auf die Bühne bringen – mit einem ganz eigenen Konzept und vor allem viel Gefühl. „Ich möchte, dass das richtig berührt.“ Wenn ihm das gelingt, wäre sein größtes Ziel bereits erreicht. Bis dahin muss er es aber erst einmal „gut sein lassen“

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