„Krone“-Kommentar

In der SPÖ herrscht Angst vor der Zeit der Monster

Kolumnen
29.09.2026 05:00

Der erste TV-Auftritt von Gerhard Zeiler am Sonntag, nachdem er Andreas Babler herausgefordert hatte, geriet nicht besonders mitreißend. Aber vielleicht gehört diese zur Schau getragene elegante Müdigkeit zu Zeilers noch undurchschaubarem Plan, wie er die Spitze der SPÖ erklimmen will?

Entsprechend träge verhält sich der alt und satt gewordene Parteiapparat. Solange nicht klar ist, wer aus dem Kampf als Gewinner hervorgeht, bleibt der gelernte Funktionär lieber unauffällig. Denn am Ende wollen die Leute, die von der Partei leben, einfach nur ihre gut bezahlten Jobs behalten. Egal, wer Boss oder eines Tages Bossin ist.

„Der Andi und kein anderer“
Nach Zeilers schläfrigem Besuch im ORF-Studio jubelte jedenfalls der eher kleine, aber die SPÖ derzeit dominierende linke Flügel in den sozialen Medien darüber, dass Andreas Babler der beste Mann der Sozialdemokratie sei. „Der Andi und kein anderer“ solle die Partei in die kommenden Nationalratswahlen führen, war in einschlägigen Propagandaforen zu lesen.

Die Vorstellung vom ewigen Babler mag dann da und dort doch Angst und Schrecken ausgelöst haben. In solchen Situationen werden von Genossen, die noch den Marsch durch die Institutionen in Erinnerung haben, die „Gefängnishefte“ des in der SPÖ fast heiligenmäßig verehrten marxistischen Philosophen Antonio Gramsci hervorgeholt und man zitiert seinen berühmten Satz in vereinfachter Form: „Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster.“

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