„Krone“-Besuch

Eissaison endet: „Bei 40 Grad fiel Vitrine aus“

Wien
28.09.2026 19:00

Der Sommer ist vorbei und damit geht auch die Eissaison zu Ende. Die „Krone“ besuchte drei Kult-Betriebe. Besonders die heurige Rekordhitze stellte sie vor Herausforderungen... 

Wenn die Hochdruckreiniger am Reumannplatz surren, müssen Tichy-Fans stark sein. Am Dienstag schließt der Kult-Salon bis März seine Türen. Die Tage davor sind für das Team rund um Xenia Tichy besonders anstrengend, erzählt sie der „Krone“ bei einem Lokalaugenschein.

„Die Luster werden geputzt, die Böden geschrubbt“, so die Chefin. Um sie herum wuselt es. Mitarbeiter wischen, saugen, räumen auf. Die ersten Maschinen und der Gastgarten werden eingewintert, die letzte Ware verarbeitet. Übrig bleibt nichts. Das restliche Eis wird an das St. Anna Kinderspital gespendet.

Dann, wenn die markant rote Eingangstür einmal geschlossen ist, beginnt für Tichy die ruhigere Zeit. Allerdings ist die Aufgabenliste auch im Winter lange, erklärt sie. In den kommenden Monaten will sie nämlich die Klimaanlagen warten lassen und auf den neuesten Stand bringen. „Dieser Sommer hat uns gezeigt, dass das notwendig ist“, sagt sie.

Der Hochdruckreiniger läuft schon
Der Hochdruckreiniger läuft schon(Bild: Imre Antal)
Xenia Tichy freut sich auf die „ruhigere“ Zeit
Xenia Tichy freut sich auf die „ruhigere“ Zeit(Bild: Imre Antal)

„Keiner stellt sich in praller Sonne an“
Denn die Rekordhitze hat das Traditionslokal nicht kaltgelassen. „40 Grad sind auch für einen Eissalon nicht förderlich“, so Tichy. Bei Temperaturen über 35 Grad breche vor allem jene Kundschaft weg, die für Eistüten üblicherweise meterweit Schlange steht.

Mit der Saison sei die Chefin in dritter Generation trotzdem zufrieden. Vor allem in den Abendstunden und im überwiegend sonnigen Frühling sei das Geschäft gut gelaufen.

Vitrinen mit Problemen
Vom schönen April und Mai schwärmt auch Cecilia Havmöller, Geschäftsführerin von Veganista. Überhaupt hatte man dort die beste Saison seit Langem eingefahren – trotz vereinzelter Stolpersteinchen. „Einmal ist uns wegen der Hitze die Kühlvitrine in einer Filiale eingegangen“, erzählt sie. Die Maschine sei nur für Temperaturen bis 30 Grad ausgelegt. Der Standort musste für einen Tag geschlossen bleiben.

Abgesehen davon galt bei Veganista: je heißer, desto mehr Kundschaft. Auch, wenn sich viele erst am späteren Nachmittag oder Abend nach der kühlen Nachspeise sehnten, erzählt Havmöller.

Veganista hatte die beste Saison seit Langem, erzählen die Chefinnen Cecilia Havmöller und ...
Veganista hatte die beste Saison seit Langem, erzählen die Chefinnen Cecilia Havmöller und Susanna Paller der „Krone“.(Bild: Zwefo)

Für sie besonders spannend: Manche Sorten entpuppten sich bei den hohen Temperaturen als Erfolgsschlager. „Zu Spitzenzeiten hatten wir drei verschiedenen Zitronen-Sorten“, erzählt sie. Fruchtiges Eis lag heuer im Trend. Havmöller hofft noch auf besonders schöne Herbsttage. Sonne spiele Eissalons nämlich in die Karten. Und bis Ende Oktober haben die Veganista-Filialen immerhin noch geöffnet.

Ein kurzes „Ciao“
Eine kurze Pause legt einstweilen der Eissalon am Schwedenplatz ein. Noch bis Mittwoch bekommen Gäste ein „Gelato“. Im Oktober ist dann Schluss, ehe es im November weitergeht. Noch ist die Kühlvitrine gut gefüllt, zeigt Silvio Molin Pradel, Gelatiere in fünfter Generation, der „Krone“ stolz.

Silvio Molin Pradel, Chef des Eissalon Schwedenplatz, ist mit der vergangenen Saison sehr ...
Silvio Molin Pradel, Chef des Eissalon Schwedenplatz, ist mit der vergangenen Saison sehr zufrieden.(Bild: Imre Antal)

Das wird wohl nicht so bleiben. „Solange der Vorrat reicht“, weist schon ein Info-Zettel auf der Glastür darauf hin, dass begehrte Sorten kurz vor der Pause nicht mehr verfügbar sein könnten.

Mit der bisherigen Saison ist Molin Pradel „sehr zufrieden.“ „Bei 40 Grad sind natürlich weniger Menschen unterwegs. Die ideale Temperatur für Eis ist zwischen 26 und 28 Grad“, so der Experte.

Denn Winter nutzt er nicht nur, um sich zu erholen. Er und seine Söhne grübeln in den nächsten Monaten intensiv an neuen Eiskreationen. Womöglich werde es bald eine proteinreiche Sorte geben. „Auf meinen Reisen wird mir bestimmt noch etwas einfallen“, lacht er. Eisfans dürfen gespannt sein.

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