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Verbot der E-Mopeds: „Wir strafen ab Tag eins“

Wien
28.09.2026 16:00

Ab kommenden Donnerstag, 1. Oktober, sind die oft viel zu schnellen E-Mopeds auch auf Wiens Radwegen verboten. Es wird keine Schonfrist geben: Stadt und Polizei wollen genau hinschauen und kündigen strenge Kontrollen an. 

Es ist eine der größten Reformen der Straßenverkehrsordnung der vergangenen Jahre: die neuen Regeln für E-Mopeds. Ab 1. Oktober gelten die Gefährte in Österreich als Kraftfahrzeuge und dürfen somit nicht mehr auf Radwegen fahren. Statt der Tafel „Ich bin ein Fahrrad“ brauchen sie jetzt Kennzeichen, Haftpflichtversicherung und Pickerl. Für die Fahrer sind künftig auch Führerschein und Helm Pflicht.

In der Praterstraße, direkt am Radhighway, machten SPÖ-Verkehrsstadträtin Ulli Sima und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürst Montagvormittag noch einmal auf das neue Verbot aufmerksam. 

Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl
Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl(Bild: Mario Urbantschitsch)

Die Zeit des Ermahnens und Verwarnens ist ab sofort vorbei. Denn Pürstl kündigte strenge Kontrollen an – ab dem ersten Tag. Durchgeführt werden diese bei ganz normalen Verkehrskontrollen. Schließlich seien E-Mopeds ja sehr leicht zu erkennen. Bei Schwerpunktkontrollen ist auch die Gruppe der Sofortmaßnahmen der Stadt Wien.

Zitat Icon

Die Vorbereitungszeit war lange genug. Werden die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, wird die Polizei die Weiterfahrt untersagen und Anzeige erstatten.

Polizeipräsident Gerhard Pürstl

„Sie sind zu schnell und eine echte Gefahr“
„Lange erkämpft, bald Realität. E-Mopeds sind in vielen Fällen viel zu schnell unterwegs und auch aufgrund ihres Gewichts eine echte Gefahr für Radfahrende und Fußgänger“, legte Stadträtin Sima nach. Die Politikerin hatte sich lange für ein Verbot starkgemacht. Auf den Weg gebracht wurde es dann von Parteikollege Verkehrsminister Peter Hanke.

Soziale Fragen nicht gegen Sicherheit ausspielen
Besonders relevant ist die Umstellung für Menschen, die E-Mopeds für berufliche Zwecke nutzen – etwa für Essenszustellungen. Sima betonte, dass soziale Fragen aber nicht gegen die Sicherheit ausgespielt werden können. So hätten Messungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit gezeigt, dass knapp zwei Drittel der E-Mopeds deutlich über den bislang erlaubten 25 km/h unterwegs sind.

Auch laut Verkehrsexperten der TU Wien beeinträchtigen die Mopeds vor allem aufgrund ihres Gewichts bzw. ihrer Fahrdynamik das Sicherheitsgefühl am Radweg massiv. Ein durchschnittliches, kennzeichenloses E-Moped bringt 70 bis 80 Kilogramm Leergewicht auf die Waage ­ – zum Vergleich: Ein klassisches Mofa mit Verbrennungsmotor, das auf der Straße fahren muss, wiegt nur rund 46 Kilo. Dazu kommt beim E-Moped noch das Gewicht des Fahrers und in vielen Fällen zusätzliche Ladung.

Um den Essenslieferanten den Umstieg zu erleichtern, werden für Zusteller bis 2029 übrigens kostenlose Verkehrssicherheitstrainings für Fahrräder und E-Bikes angeboten.

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