Die Vereinten Nationen versuchen, Schutzmaßnahmen bei tödlichen autonomen Waffensystemen in einem Abkommen festzusetzen. Doch die USA und Russland sind gegen Regulierungen bei KI-Waffen: So wehren sich die beiden Staaten unter anderem gegen eine Bestimmung, die die Kontrolle durch einen Menschen vor einem Angriff vorschreibt.
Seit Jahren versucht die UNO, KI-gestützte Waffen zu regulieren. Es wird an einem wirksamen Abkommen gearbeitet, dass den Einsatz tödlicher autonomer Waffen regeln soll. Bei Verhandlungen in der Schweiz gingen US-amerikanische und russische Diplomaten vehement gegen Schutzmaßnahmen in Bezug auf die neuen Kriegstechnologien vor.
Ethische Aspekte aus Entwurf zum Abkommen gestrichen
So wurden Formulierungen gestrichen, die einen „vorhersehbaren“ und „zuverlässigen“ Betrieb der Systeme vorschreiben, wie die „Washington Post“ in Berufung auf Insider berichtet. Auch die Berücksichtigung von ethischen Aspekten beim Einsatz von KI-Waffen wurde aus dem Dokument entfernt. Die beiden Staaten setzten eine „etwa zehnköpfige Anwaltsarmee“ ein, um das Abkommen abzuschwächen, schrieb die renommierte Zeitung.
Trump befürchtet, Regulierungen behindern Innovationen
US-Präsident Donald Trump erklärte seine Meinung beim UN-Treffen deutlich: „Die Vereinigten Staaten lehnen auch jeden Versuch, ein globales System zur Kontrolle der künstlichen Intelligenz zu errichten, über die jetzt so viel gesprochen wird – im Folgenden offiziell als ,Superintelligenz‘ bezeichnet -, entschieden ab“, so Trump. Die US-Regierung argumentiert, dass Regulierungen Innovationen behindern könnten.
Es gibt hitzige Diskussionen darüber, welches Risiko vom Einsatz künstlicher Intelligenz bei Waffensystem ausgeht. Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch steht schwachen Regeln kritisch gegenüber. „Das könnte bedeuten, dass Maschinen ohne menschliche Kontrolle über Leben und Tod entscheiden können“, erklärte Verity Coyle, stellvertretende Direktorin der Abteilung Krisen, Konflikte und Waffen. „Die praktischen Folgen sind gravierend: mehr zivile Opfer, weniger Verantwortlichkeit und ein schnellerer Übergang zu riskanterer, automatisierter Kriegsführung.“
Auch Experten befürchten, dass die Technologie außer Kontrolle geraten könnte. Ein Forscher des Unternehmens Anthropic schmiss deshalb vor Kurzem seinen Job hin aufgrund seiner Befürchtungen, dass KI innerhalb weniger Jahre sogar die Menschheit auslöschen könnte.
KI wählte iranische Schule für US-Angriff aus
Die Gefahr, die von KI-Waffen ausgeht, zeigt der US-Angriff auf eine iranische Grundschule im Februar 2026: Wie Bloomberg aufdeckte, wurde bei dem Einsatz künstliche Intelligenz verwendet. Die Schule in Minab befand sich auf einem Gelände, das zuvor Teil eines iranischen Militärkomplexes gewesen war. Satellitenbilder zeigten, dass der Standort sich verändert hatte: So war die Bildungseinrichtung vom Militärgelände separiert, was auch von Geheimdiensten registriert wurde. Doch Maven, das System, das zur Identifizierung von militärischen Zielen eingesetzt wurde, erkannte die Veränderung nicht, weil es auf veraltete Daten zugriff. Mehr als 100 Kinder wurden bei dem Angriff schließlich getötet.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.