Roadmanager erzählt

Robbie Williams und der Teamgeist auf der Welttour

Burgenland
27.09.2026 06:00

Der Tourmanager und Musiker von Superstar Robbie Williams sind bald im Burgenland zu Gast, um die Tricks für ihre grandiosen Erfolge zu verraten und neue Perspektiven aufzuzeigen. So spektakulär ihre umjubelten Auftritte im Rampenlicht sind, so viel Strahlkraft haben ihre Seminare.

Klare Ziele, ein sicheres Gefühl und die Gabe, große Herausforderungen gemeinsam meistern zu können – darauf kommt es bei Teambuildings in jeder Art von Unternehmen an. Wer soll sich in diesem Metier wohl besser zurechtfinden, als erfahrene Wegbegleiter von Stars im internationalen Musikbusiness, das keine Fehler verzeiht?

Heute bunte Mega-Show in Chile
Einen (Firmen-)Workshop der Extraklasse leiten Roadmanager Jäki Hildisch und Musiker von Robbie Williams abseits ihrer Bühnenauftritte vor Zehntausenden Fans in dreieinhalb Wochen im Burgenland. Derzeit sind sie mit der „Let Me Entertain You“-Ikone in Südamerika von Act zu Act unterwegs. Nach Bogotá (Kolumbien) und Lima (Peru) heizt Robbie Williams mit seiner Band heute Abend dem Publikum in Santiago de Chile ein.

Improvisationstalent vorausgesetzt
Kurz vor dem imposanten Konzert im Estadio Bicentenario de La Florida verriet der Tourmanager der „Krone“, was die Geheimnisse des Erfolges sind und worauf es beim Teamgeist besonders ankommt. „Egal, wie groß das Problem ist, wir müssen immer eine Lösung parat haben“, weiß der 68-jährige Meister seines Faches: „Ein Musiker ist krank geworden, ein anderer findet den Reisepass nicht mehr, der dritte hat seinen Flug verpasst – wir müssen uns immer etwas einfallen lassen.“

„Let Me Entertain You“: Von den Auftritten des Superstars lässt sich durchaus viel lernen.
„Let Me Entertain You“: Von den Auftritten des Superstars lässt sich durchaus viel lernen.(Bild: EPA/JOSE SENA GOULAO)

Kreative Spontanität ist gefragt! „Wir agieren hinter den Kulissen beinahe mit demselben schöpferischen Einfallsreichtum wie unsere Künstler, die im Rampenlicht stehen“, sagt Hildisch. Er weiß, wovon er redet. Der Vollprofi blickt auf 50 Jahre als hochgeschätzter Tourmanager zurück. Alles hat mit Punkrock begonnen. „Eine harte, aber gute Schule“, so der Spezialist für einen reibungslosen Ablauf aufwendiger Shows am laufenden Band. „Ich habe immer auf die Tube gedrückt, heute bin ich beim Stadienrock gelandet“, lautet sein Resümee.

„Haben nichts anbrennen lassen“
Die Toten Hosen hatte Hildisch zum Auftakt seiner beruflichen Karriere Mitte der 1980er-Jahre begleitet. „Das war eine großartige Zeit, es herrschte Aufbruchsstimmung“, erinnert er sich voller Enthusiasmus: „Unsinn machen gehörte damals freilich auch dazu. Rock ’n’ Roll wie aus dem Bilderbuch! Wir haben nichts anbrennen lassen.“

Den Tourmanager hat es bis 1995 zu Top-Bands wie BAP aus Köln, Die Ärzte, Einstürzende Neubauten, Fettes Brot, Herbert Grönemeyer, Marilyn Manson, Pearl Jam und Radiohead verschlagen, ehe er mit Tokio Hotel durchgestartet ist. „Das ist immer noch meine deutsche Lieblingsband. Ihre Kraft, sich aus der Provinz in das weltweite Entertainment zu katapultieren, hatte pure Magie. Von Anfang an wussten alle, sie werden die absolute Spitze erreichen“, schildert der Weggefährte: „Immer war helle Aufregung dabei, aber auch viel Spaß.“

Von „Angels“ noch immer begeistert
Einer der seltenen grandiosen Zufälle im Leben brachte Hildisch dorthin, wo er heute als Grandseigneur der Branche angekommen ist: „Ich stand gerade neben Robbie Williams, als er einen neuen Tourmanager gebraucht hat. Ich habe keinen Augenblick gezögert“, erzählt der 68-Jährige.

Der erste Auftrag war für ihn die größte Tournee, die er jemals zuvor betreut hatte. Mit Erfindungsgabe, einer kräftigen Portion Selbstbewusstsein und vielen schlaflosen Nächten machte er das Unmögliche möglich. Diesen Drahtseilakt schafft er nun schon seit mehr als 20 Jahren – und immer noch ertappt sich Hildisch beim Mitsummen, sobald Robbies Song „Angels“ erklingt.

Wilde Nächte aus dem Business verschwunden
Seit drei Jahren ist Hildisch mit Robbie und der Band fast durchgehend auf Tour: „Früher war alles lockerer. Jetzt kommt es viel mehr auf die Details an. Alkohol und wilde Nächte sind vorbei.“ Heutzutage erfordern große Auftritte strikte Disziplin. Mittendrin nehmen sich Hildisch und die hochkarätigen Musiker wie Bassist Jerry Meehan und Gitarrist Tom Longworth aber Zeit, um über ihren Teamgeist bei Workshops im Burgenland zu berichten, eingefädelt und umgesetzt von Manager Stefan Trenker.

Zuletzt kreierten mit ihnen 25 Mitarbeiter der Kulturbetriebe Burgenland neue Songs als eine Übung im abwechslungsreichen Teambuilding-Seminar. „Wir durften von den Besten lernen“, hieß es. Bald ist es erneut so weit. 

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