Seltene Haifischart

Bissspuren, kaputte Korallen: „Amadeus“ ist Papa!

Salzburg
24.09.2026 19:00

Heftig geht es mitunter beim Liebesspiel der Haifische zu. Das Weibchen sinkt danach auf den Boden. Spuren im Aquarium in Karlsruhe (D) ließen den Verdacht aufkommen, dass Salzburgs Hai-Export „Amadeus“ durchaus Gefallen an seiner „Karla“ gefunden hat. Und tatsächlich gibt es jetzt vier Haibabys.

Offensichtlich gut eingelebt hat sich der Salzburger Schwarzspitzenriffhai „Amadeus“ in seiner neuen Heimat Karlsruhe. Er zog mittels Spezialtransport vom Haus der Natur in das Naturkundemuseum in der deutschen Stadt – und teilt sich dort seither seinen Lebensraum mit Haifischdame „Karla“.

Vivarium-Referatsleiter Till Ramm freut sich über den Haifisch-Nachwuchs.
Vivarium-Referatsleiter Till Ramm freut sich über den Haifisch-Nachwuchs.(Bild: Naturkundemuseum Karlsruhe/Mathias Vielsäcker)

Dabei dürfte selbst bei den Raubfischen die Chemie schnell gestimmt haben. Denn nur etwas mehr als eineinhalb Jahre nach der Übersiedlung im Februar letzten Jahres gibt es jetzt gleich vier Babyhaie. Und das, obwohl „Amadeus“ mit seinen 22 Jahren eines der ältesten Männchen im europäischen Erhaltungszuchtprogramm ist.

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Die Paarung haben wir nicht beobachtet, aber Bissspuren am Weibchen und abgebrochene Korallen im Aquarium entdeckt.

Till Ramm, Vivarium-Referatsleiter

Erst ein Liebesbiss, dann war „Karla“ schwanger
Selbst die Hai-Experten in Karlsruhe waren sich nicht sicher, ob die Zucht klappt. „Die Paarung haben wir nicht beobachtet, aber Bissspuren am Weibchen und abgebrochene Korallen im Aquarium entdeckt“, sagt Till Ramm, Vivarium-Referatsleiter im Naturkundemuseum Karlsruhe. 

„Männliche Haie verbeißen sich seitlich im Weibchen – das kann schon mal ruppig aussehen.“ Danach sinken die Weibchen zu Boden. Schwarzspitzenriffhaie sind zudem echt lebend gebärend. „Sie kommen bei dieser Art also quasi als fertiger, kleiner Hai heraus“, erzählt der Hai-Experte.

Der Haifischnachwuchs schwimmt noch in einem eigenen Becken – fernab der Eltern und der ...
Der Haifischnachwuchs schwimmt noch in einem eigenen Becken – fernab der Eltern und der Zuschauer.(Bild: Mathias Vielsäcker - SMNK)

Dementsprechend groß war die Begeisterung, als im Becken plötzlich sechs statt zwei Haien schwammen. „Dass es Jungtiere gibt, ist nicht häufig“, so Ramm. Von 550 Haiarten seien weltweit 40 vom Aussterben bedroht – auch von dieser Gattung. Also werden die Babys ebenfalls ins Zuchtprogramm aufgenommen.

Doch das dauert noch. Vorerst bleiben die kleinen Räuber hinter den Kulissen. „Das ist auch zu ihrem Schutz, damit die Eltern nicht auf die Idee kommen, sie zu fressen.“

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