Medientage 2026

Bestehen im Wettbewerb mit ORF und Tech-Giganten

Medien
23.09.2026 20:28

Auf Einladung der „Krone“ und unter der Leitung von „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann diskutierte eine prominente Runde bei den Medientagen über Zukunftsszenarien und Strategien für einen gestärkten Medienstandort Österreich.

Die Zeiten sind rau, KI hält immer mehr Einzug im Recherche-Alltag, genauso wie Google, Meta & Co. Die österreichischen Medienhäuser müssen sich im Wettbewerb mit den internationalen Tech-Giganten, aber auch mit dem ORF und seiner „blauen Seite“, dem Portal orf.at, täglich ein Match liefern. Die „Krone“ lud deshalb zu einer prominenten Diskussionsrunde im Rahmen der 33. Medientage, die bis heute am Erste Bank Campus in Wien stattfinden.

„Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann (3. v. li.) führte durch die Diskussion mit Schwaiger, ...
„Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann (3. v. li.) führte durch die Diskussion mit Schwaiger, Otti, Nowak, Grasl und König (v. li.).(Bild: Alexander Tuma)

„Trump und die Tech-Konzerne sind schlau und wollen spalten“
Gleich zu Beginn machte der Medienwissenschaftler („Atlas der digitalen Welt“) und Keynote-Speaker Martin Andree den Ernst der Lage klar, denn er sieht die Medienfreiheit durch die Tech-Giganten in Gefahr, hatte aber auch Lösungsansätze: „Trump und die Tech-Konzerne sind schlau und wollen spalten. Man kann dagegenarbeiten, indem man zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen Management und Redaktion stärkt“, spielte er in der von „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann geführten Diskussion auf eine forcierte Zusammenarbeit der heimischen Medienhäuser an.

„Krone“-Marketing-Chefin Barbara Bleier-Serentschy mit Markus Breitenecker und Dietmar Otti ...
„Krone“-Marketing-Chefin Barbara Bleier-Serentschy mit Markus Breitenecker und Dietmar Otti (re.)(Bild: Alexander Tuma)
Der ab 2027 neu bestellte ORF-Generaldirektor Clemens Pig im Gespräch mit Medienmanager Hans ...
Der ab 2027 neu bestellte ORF-Generaldirektor Clemens Pig im Gespräch mit Medienmanager Hans Mahr(Bild: Alexander Tuma)

VÖZ-Präsident Rainer Nowak sah die drohende „Gefahr“: „Das Raubtier ist aber weniger der ORF, sondern sitzt tatsächlich in den Tech-Valleys und in China.“

„Der öffentlich-rechtliche Auftrag muss definiert werden“
„Der ORF soll das machen, was die anderen nicht machen“, warf „Kurier“-Geschäftsführer Richard Grasl ein und nahm damit auch gleichzeitig Medienminister Andreas Babler in die Pflicht. „Der öffentlich-rechtliche Auftrag muss definiert werden, wer führt ihn aus und wie wird er bezahlt?“, machte dazu Red-Bull-Medien-Boss Dietmar Otti seinen Punkt klar und nahm damit auf stärkere Zusammenarbeit zwischen dem Öffentlich-Rechtlichen und den privaten Medienhäusern Bezug.

„Krone“-CEO Clemens Schwaiger, Chefredakteur Klaus Herrmann, Mediaprint- und ...
„Krone“-CEO Clemens Schwaiger, Chefredakteur Klaus Herrmann, Mediaprint- und „Krone“-Geschäftsführer Michael Tillian und Kronehit-CEO Philipp König (v. li.)(Bild: Alexander Tuma)

„Es liegt am Gesetzgeber, das zu regulieren“, brachte es „Krone“-CEO Clemens Schwaiger auf den Punkt, denn, wie Nowak einwarf: „Es verschwinden derzeit viele Jobs im Journalismus.“ Nachsatz: „Ich möchte nicht von Förderungen abhängig sein, und ich nehme an, alle anderen ebenso nicht.“

Er ist Global Head of Media bei Red Bull. Für ihn gilt: Die Inhalte müssen die richtigen sein. Nur so könne man das Publikum für sich gewinnen und an sich binden. Auch „Public Value“ gemeinsam mit dem ORF zu schaffen, sei wichtig. Otti macht ebenso klar: Sobald man in seinen Inhalten beliebig wird, wird es laut ihm „gefährlich“. Wobei der Medienmanager den Einsatz von Künstlicher Intelligenz als Chance sieht.

Dietmar Otti 

Medienmanager

Der Medienwissenschaftler und Keynote-Speaker der „Krone“-Diskussionsrunde am Mittwochnachmittag machte klar: Niemand wird „die Presse retten, außer der Presse selbst“. Er spielte dabei primär auf die US-Tech-Konzerne an, die in enger Zusammenarbeit mit dem Weißen Haus die Inhalte und den Markt unter sich ausmachen wollen. Sie setzen Trends und „surfen auf dieser Welle“ gleichermaßen.

Martin Andree

Wissenschaftler

Der Geschäftsführer des größten Privatradios Österreichs will sich nicht in Konfrontationen mit dem ORF und der Politik verlieren. „Wir sind ein kleiner Markt mit vielen Anbietern“, sagt er. „Aber der internationale Markt entwickelt sich anders“, und er spricht von einer nötigen Konsolidierung der Medienlandschaft. Ihm fehlt die Diskussion auf der großen europäischen Ebene in vielen Bereichen der Medien.

Philipp König

Kronehit

Der CEO der „Krone“ sieht positive Schritte innerhalb des „Krone“-Universums: „Hier funktioniert die Abstimmung zwischen Redaktion und Management.“ Ohne Bündelung der Kräfte am Medienmarkt mit zentralem Fokus wird es laut ihm „nicht mehr funktionieren. Wir müssen gemeinsam als Medien privat und öffentlich in die Diskussion gehen, um klare Antworten liefern zu können.“

Clemens Schwaiger

Kronen Zeitung

Der Diskussion wohnten Medienmanager wie Hans Mahr, Markus Breitenecker, Michael Grabner und der designierte ORF-General Clemens Pig bei.

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