Nicht nur Iran-Krieg

Weltwirtschaft: Diese Risiken sieht die OECD jetzt

Wirtschaft
23.09.2026 12:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognose für 2026 leicht angehoben. Sie erwartet nun ein weltweites Wachstum von 2,9 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als bei der Prognose vom Juni. Insgesamt verliert die Weltwirtschaft allerdings an Schwung.

„Das weltweite Wirtschaftswachstum hat sich verlangsamt, ist aber widerstandsfähig geblieben“, teilte die OECD am Mittwoch in ihrem jüngsten Bericht mit. Gestützt werde die Konjunktur unter anderem durch staatliche Hilfen gegen die hohen Energiepreise, große Ölvorräte und zusätzliche Lieferungen aus Ländern außerhalb der Golfregion. Auch die weiterhin hohen Investitionen rund um künstliche Intelligenz sorgten für Impulse.

Risikofaktoren seien hingegen der Krieg im Iran, hohe Energiepreise, US-Zölle, die Geldpolitik und das Wetter. So belastet etwa die Blockade der für den Öl- und Gastransport wichtigen Straße von Hormuz die Energieversorgung. Die weitere Entwicklung im Iran-Krieg sei für den Ausblick entscheidend. Zur Geldpolitik heißt es in dem Bericht, dass aufgrund von Preisschüben weitere Zinserhöhungen notwendig werden könnten. Höhere Zinsen bekämpfen zwar die Inflation, bremsen aber zugleich den Konsum und Investitionen.

Mit dieser Wirtschaftsentwicklung rechnet die OECD:

Das Balkendiagramm zeigt die OECD-Prognose für das BIP-Wachstum in verschiedenen Ländern und Regionen für die Jahre 2026 und 2027. Indien hat mit 7,1 % für 2026 und 6,5 % für 2027 die höchsten Werte. China folgt mit 4,5 % und 4,2 %. Für die Welt liegt das Wachstum bei etwa 3 %. Deutschland, Großbritannien und die Eurozone werden mit rund 1 % erwartet. Russland und Frankreich haben die niedrigsten Werte unter den gezeigten Ländern. Quelle: OECD.

Was El Niño mit der Wirtschaft zu tun hat
Das Wetterphänomen El Niño dürfte gegen Jahresende seinen Höhepunkt erreichen und könnte bis 2027 nachwirken. Ernteausfälle könnten die Lebensmittelpreise erneut nach oben treiben. Das Wetterphänomen, mit dem das Auftreten ungewöhnlicher veränderter Meeresströmungen bezeichnet wird, verteilt Wärme und Niederschlag um und gibt vorübergehend zusätzliche Wärme aus dem Ozean in die Atmosphäre ab. Folgen sind je nach Region etwa Überschwemmungen, Trockenheit und ein Massensterben von Meerestieren, Seevögeln und Korallen.

Die OECD erwartet für heuer ein weltweites Wachstum von 2,9 Prozent und für 2027 ein Wachstum von drei Prozent. Sie geht davon aus, dass sich die Energiepreise langsam entspannen und die Inflation zurückgeht. Für den Euroraum ist die Organisation etwas optimistischer geworden: Sie rechnet mit einem Wachstum von einem Prozent für 2025, das sind um 0,2 Prozentpunkte mehr als im Juni. Angehoben wurde vor allem die Prognose für Deutschland. Für Frankreich senkte die OECD hingegen ihre Prognose wegen hoher Staatsschulden und Finanzierungskosten. Für die USA werden 2026 ein Wachstum von 2,2 Prozent und für China 4,5 Prozent erwartet.

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