Düstere Prognose

BIP: Österreich erneut unter EU-Schlusslichtern

Wirtschaft
21.05.2026 15:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die am Donnerstag in Brüssel veröffentlichte Wirtschaftsprognose der EU-Kommission verheißt Düsteres: Für 2026 wird für die EU nur mehr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent gerechnet. Österreich belegt mit einer Rate von 0,6 Prozent gerade einmal den drittletzten Platz.

Auch die Prognose für den Euroraum wird nach unten korrigiert, und zwar auf 0,9 Prozent im Jahr 2026. Die für die EU prognostizierte Rate bedeutet eine Abwärtskorrektur um 0,3 Prozentpunkte gegenüber der Herbstprognose 2025. Für das kommende Jahr werden dann wieder leicht höhere Werte erwartet: 1,4 Wachstum für die EU und 1,2 Prozent für den Euroraum. Als Grund für die schlechtere Prognose gibt die Kommission den Energieschock durch den Konflikt im Nahen Osten an, der „die Inflation wieder anheizt und die Wirtschaftsstimmung erschüttert“.

Inflation klettert auf über drei Prozent
Die Inflation in der EU wird 2026 voraussichtlich 3,1 Prozent erreichen – einen ganzen Prozentpunkt mehr als zuletzt prognostiziert. 2027 soll sie sich wieder auf 2,4 Prozent abschwächen. Im Euroraum wird der Wert von der Kommission ebenfalls nach oben verbessert, auf drei Prozent im Jahr 2026 und auf 2,3 Prozent im Jahr 2027.

Die Prognose für 2026/2027 für Österreich und EU für Staatshaushalt, Arbeitslosenrate, ...
Die Prognose für 2026/2027 für Österreich und EU für Staatshaushalt, Arbeitslosenrate, Inflation, Defizit.(Bild: APA)

Krieg bringt düstere Prognose mit sich
„Das größte Risiko für die Prognose betrifft die Dauer des Konflikts im Nahen Osten und dessen Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte“, warnt die Kommission. Angesichts der ungewöhnlich hohen Unsicherheit werde die Basisprognose durch ein „alternatives Szenario“ ergänzt, das von länger anhaltenden Versorgungsengpässen ausgehe. In diesem zweiten Szenario wird davon ausgegangen, dass die Energiepreise deutlich über die Annahmen des Basisszenarios steigen und Ende 2026 ihren Höchststand erreichen. In diesem Szenario würde sich die Inflation nicht abschwächen.

Aufschwung in Österreich belastet
Der Krieg im Nahen Osten belastet auch den Aufschwung in Österreich. „Das Wachstum dürfte bescheiden bleiben und die Inflation hoch“, heißt es im Bericht der Kommission. 2027 soll das Wachstum dann auf magere 0,9 Prozent klettern. Die Inflation wächst dafür, und zwar 2026 auf prognostizierte drei Prozent.

Höhere Energiepreise treiben auch Haushaltsdefizit
Für dieses und kommendes Jahr sagt die Kommission Österreich ein Budgetdefizit von 4,1 Prozent des BIP voraus. Das Haushaltsdefizit der EU wird laut Prognose von 3,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 3,6 Prozent im Jahr 2027 klettern. Schuld daran seien die gedämpfte Konjunktur, höhere Zinsausgaben, Maßnahmen zur Abfederung der Auswirkungen höherer Energiepreise sowie gestiegene Verteidigungsausgaben.

Neues zum Defizitverfahren kommt am 3. Juni
Nach der Veröffentlichung der Prognose kann die EU-Kommission nun auch die Lage im gegen Österreich laufenden Defizitverfahren erneut bewerten. Dies geschieht im Rahmen des Frühlingspakets des Europäischen Semesters, dessen Veröffentlichung derzeit für 3. Juni geplant ist. Die EU-Finanzminister hatten im Sommer 2025 die Eröffnung eines EU-Defizitverfahrens gegen Österreich beschlossen. Grund dafür war das Budgetdefizit, das klar über der erlaubten Grenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung der sogenannten Maastricht-Kriterien der EU lag.

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