Drohnen-Vorwürfe

Putin droht Berlin: Sanktionen „schwerer Fehler“

Außenpolitik
01.09.2026 23:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Kreml hat Deutschland angesichts der angedrohten Sanktionen im Fall der nicht gezündeten Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig einen Eskalationskurs vorgeworfen. Es sei schwierig, die Anschuldigungen gegen Russland zu kommentieren, weil Deutschland für seine Schuldzuweisung keine Beweise vorgelegt habe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin griff den deutschen Kanzler direkt an ...

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Strafmaßnahmen gegen Russland nach der Drohnen-Attacke am Flughafen Leipzig als „schweren Fehler“. „Wo sind die Beweise?“, fragte der Kremlchef auf einer Pressekonferenz in Bischkek (Kirgistan) und bezeichnete vorgelegte Belege als „gefälscht“. Der deutsche Kanzler handle innenpolitisch motiviert: „Merz hat das Vertrauen der Bürger verloren“, so Putin in Richtung Berlin.

Bereits zuvor hatte sein Vertrauter Peskow mit harten Worten reagiert: „Wenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden“, sagte er der Nachrichtenagentur Interfax.

Russland bestreitet Drohnenvorwürfe
Er warf Deutschland ebenfalls vor, die Vorwürfe nicht durch Argumente belegt zu haben. „Dass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich“, sagte Peskow. Russland hatte stets bestritten, etwas mit der Leipziger Drohne zu tun zu haben. Moskau verwies vielmehr auf Kiew, das mit Stimmungsmache gegen Russland einen echten Nutzen ziehe aus dem hybriden Angriff.

Zitat Icon

Dass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich.

Kremlsprecher Dmitri Peskow

Moskau verweist auf Beginn des Zweiten Weltkriegs
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass Moskau Gegensanktionen ergreifen werde – wie bei früheren Fällen. Sie warf Deutschland vor, nur einen Vorwand gesucht zu haben, um etwa das Russische Haus in Berlin zu schließen.

Kremlsprecher Dmitri Pesko (li.), der Vertraute von Wladimir Putin
Kremlsprecher Dmitri Pesko (li.), der Vertraute von Wladimir Putin(Bild: AFP)

„Fritz“
In einem Beitrag bei Telegram fragte Sacharowa mit Blick auf den Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs durch Deutschland, ob die Regierung in Berlin das Datum zufällig gewählt habe. Teile der Moskauer Führung bezeichnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch immer wieder als „Fritz“, ein Schimpfwort für Deutsche mit Blick auf die faschistische Vergangenheit des Landes. Deutschland hatte am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg begonnen und dann im Verlauf auch die Sowjetunion, zu der Russland gehörte, überfallen.

Selenskyj warnt vor Flügen über Russland
Unterdessen warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj alle Fluggesellschaften vor Flügen über Russland. „Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher“, schrieb Selenskyj auf X. Die Ukraine drohe dabei jedoch nicht der zivilen Luftfahrt oder einzelnen Flugzeugen. „Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss“, erklärte der Staatschef. Der russische Luftraum werde „faktisch“ geschlossen.

Erst vergangene Woche hatte er den Einsatz von bis zu 1000 weitreichenden Drohnen täglich angedroht. Selenskyj bestätigte dabei Medienberichte, wonach die USA für vergangene Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag um eine Unterbrechung von Angriffen auf Moskau und St. Petersburg gebeten haben. CIA-Chef John Ratcliffe reiste in der Zeit unangekündigt nach Moskau.

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