AK-Präsident entrüstet

Mauthausen: Kurzarbeit wegen kaputter Donaubrücke?

Oberösterreich
23.09.2026 12:38

Drei Monate soll die Donaubrücke in Mauthausen ab Sommer 2028 komplett gesperrt werden. Nun sorgt eine geplante Veranstaltung der Wirtschaftskammer für Wirbel: Dort sollen auch Kurzarbeit und Aussetzverträge für betroffene Betriebe Thema sein. AK-Präsident Andreas Stangl reagiert empört.

Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl ist außer sich: Aus dem Bezirk Perg wurde ihm zugetragen, dass wegen der geplanten Sperre der Donaubrücke in Mauthausen innerhalb der Wirtschaftskammer bereits über mögliche Folgen für Betriebe und deren Beschäftigte gesprochen wird.„Offenbar wird ernsthaft darüber diskutiert, Arbeitnehmer wegen der Brückensperre in Kurzarbeit zu schicken oder Aussetzverträge abzuschließen“, sagt Stangl zur „Krone“.

Kurzarbeitsmodelle und Aussetzverträge in Diskussion
Hintergrund ist die geplante Sanierung der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Ober- und Niederösterreich. Ab Sommer 2028 soll die Donaubrücke für rund drei Monate komplett gesperrt werden. Tausende Pendler müssen sich in dieser Zeit auf Umwege, längere Fahrzeiten und zusätzliche Kosten einstellen. 

Zitat Icon

Die Beschäftigten haben nicht das jahrzehntelange Politikversagen bei Planung und Umsetzung der notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zu verantworten. 

Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl

Für zusätzlichen Ärger bei der Arbeitnehmervertretung sorgt nun eine von der WKO-Bezirksstelle Perg geplante Informationsveranstaltung zur Brückensperre. Laut Arbeiterkammer sollen dabei unter anderem Kurzarbeitsmodelle und sogenannte Aussetzverträge besprochen werden.

Für Stangl geht das in die völlig falsche Richtung: „Es kann nicht sein, dass die Versäumnisse bei der Infrastruktur am Ende die Beschäftigten ausbaden müssen.“ Gemeinsam mit dem ÖGB Oberösterreich und Betriebsräten aus dem Bezirk Perg richtet sich der AK-Präsident deshalb in einem offenen Brief an WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. Darin verlangen die Arbeitnehmervertreter ein klares Bekenntnis, dass Kosten und Folgen der Sperre nicht auf die Beschäftigten abgewälzt werden.

Mehr Öffis und finanzielle Entlastung gefordert
Gleichzeitig nimmt die Arbeitnehmervertretung die Politik in die Pflicht. Gefordert werden ein Verkehrskonzept für die gesamte Dauer der Sperre, mehr öffentliche Verkehrsverbindungen – insbesondere passend zu Schichtwechseln -, zusätzliche Park-and-Ride-Möglichkeiten sowie finanzielle Entlastungen für Arbeitnehmer, denen durch die Sperre zusätzliche Fahrt- und Wegzeitkosten entstehen.

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