Klang, Kunst und überraschende Hörwelten: Peter Androsch ist ein Pionier, wenn er Klang in Grafiken sichtbar macht, zu sehen in einer Linzer Galerie. Zugleich lädt der „Hörstadt-Erfinder“ im Wiener Haus der Musik dazu ein, mehr in die Welt und den Kosmos hineinzuhören.
Es gibt viel zu sehen in der Linzer Galerie Hofkabinett, denn Peter Androsch, Komponist und Vollblutkünstler, stellt hier unter dem Titel „Partiture“ zahlreiche „Phonographien“ aus.
Damit hat Androsch beinahe eine eigene Kunstform etabliert, denn diese grafischen Blätter, die wörtlich mit „Klangschreibungen“ übersetzt werden könnten, bringen zusammen, was sonst nur selten auf einer Ebene zusammentrifft: Klang und (Hand-)Schrift.
Die „Phonographien“ entstehen durch die Schichtung mehrerer Noten- oder Partiturseiten übereinander, sodass eine verdichtete Schriftlandschaft entsteht, die theoretisch sogar gespielt werden könnte.
In den jüngsten Serien, die ebenfalls in der Galerie zu sehen sind, verdichtet Androsch nicht mehr nur eigene Partituren, sondern auch jene anderer Komponisten. Die Serien aus Lithografien und Siebdrucken werden so zu faszinierenden „Klangschriften“.
Mit einer großen Rauminstallation im „Haus der Musik“
Androsch zeigte heuer bei der Ars Electronica erneut sein feinfühliges Projekt „Gusen Convolute“ vertreten, das einige der im KZ Gusen entstandenen Kompositionen auf zeitgemäße Weise präsent hält.
Androsch ist derzeit auch mit einer Klang- und Rauminstallation im Wiener Haus der Musik vertreten. Sein „Polyphon Harmonia Mundi“ ist ein akustischer Wunderkasten und zugleich ein Meisterstück der Möbelbaukunst. Jede der 672 Schubladen beherbergt einen eigenen Klang. Insgesamt wird, frei nach Johannes Keplers „Harmonices Mundi“, die himmlische Harmonie erfahrbar gemacht.
„Die größte Klangmaschine, die ich je gebaut habe“, sagt Androsch über das Werk. Das „Polyphon“ ist noch bis Jahresende im Haus der Musik zu sehen und zu erleben.