Rätsel um Infektionen

Dritter Toter: Neuer Malaria-Alarm in Frankfurt

Ausland
17.09.2026 17:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Sommer sind in Frankfurt am Main in Deutschland zwei Flughafen-Mitarbeiter an Malaria gestorben, nun kam eine weitere Person dazu. Diese wohnte in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, teilte die Stadt am Donnerstag mit. 

Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der im Juli bekanntgewordenen sogenannten Flughafen-Malaria stieg damit auf drei. Bei den Krankheitsüberträgern dürfte es sich um per Flieger eingeschleppte Mücken handeln. Zuvor waren zwei Airport-Mitarbeiter gestorben.  Woher der mutmaßliche Mücken-Flieger kam, teilte der Flughafen Frankfurt nicht mit.

Arztbesuch bei ungewöhnlichen Symptomen empfohlen
Erst am Mittwoch hatte das Frankfurter Gesundheitsamt berichtet, dass nach mehreren Malaria-Fällen bei Mitarbeitern des Flughafens zwei Bewohner eines nahe gelegenen Stadtteils an der Infektion erkrankt sind. Sie hatten beide zuvor kein Malaria-Gebiet bereist und nicht am Flughafen gearbeitet, hieß es. Weitere Bürger sollten sich keine Sorgen machen, bei ungewöhnlichen Symptomen aber zum Arzt gehen.

Eine per Flugzeug eingeschleppte Mücke infiziert am Frankfurter Flughafen schon vor Wochen ...
Eine per Flugzeug eingeschleppte Mücke infiziert am Frankfurter Flughafen schon vor Wochen mehrere Mitarbeiter mit Malaria. Nun kam es auch in der weiteren Umgebung zu Ansteckungen mit tödlichen Folgen.(Bild: Krone-Collage/Sina Ettmer - stock.adobe.com, Kerstin Wassermann)

Laut der Hessenschau hat das Gesundheitsamt mittlerweile Mückenfallen am Flughafen und rund um die Wohnorte der erkrankten und der nun verstorbenen Person aufgestellt. Die gefangenen Mücken sollen im Anschluss in einem belgischen Tropeninstitut untersucht werden.

Malaria

  • Krankheit. Malaria wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken. Die Mücken kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Die schwerste Form, Malaria tropica, kann lebensgefährlich sein. Der Klimawandel kann zudem die Zahl der Malaria-Erkrankungen in den Herkunftsregionen erhöhen. Dadurch könnten auch mehr infizierte Mücken nach Europa gelangen. 
  • Normalerweise überleben die übertragenden Anopheles-Mücken in ihrer Heimat nur zwei bis maximal drei Wochen. Diese Lebensdauer könnten die Mücken auch im mitteleuropäischen Hochsommer erreichen. Vor allem, wenn die Temperaturen so hoch sind wie in diesem Jahr.
  • Symptome. Die Erkrankung beginnt meist mit hohem Fieber. Hinzu kommen häufig Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl sowie teilweise Magen-Darm-Beschwerden.
  • Aufruf an Ärzte. Ärzte werden dazu aufgerufen, bei Patienten mit unklarem Fieber auch ohne Fernreise an Malaria zu denken, insbesondere bei Menschen, die am Flughafen oder in dessen Umgebung arbeiten oder wohnen. Die Diagnose kann per Schnelltest erfolgen.

Ende August waren insgesamt sechs Malariaerkrankungen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. Zwei Beschäftigte waren daran gestorben – einer bereits Anfang Juli, der andere im August. Ursache der Infektionen sollen Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich mit dem Flugzeug nach Deutschland kamen. Malaria ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

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Insbesondere bei Fracht oder in Koffern kann nicht ausgeschlossen werden, dass Insekten mittransportiert werden.

Ein Sprecher des Frankfurter Flughafens

Wie der Frankfurter Flughafen mitteilte, erfolgt nach jeder Landung eine gründliche Reinigung der Flugzeuge. „Insbesondere bei Fracht oder in Koffern kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Insekten mittransportiert werden“, so ein Sprecher.

Gefährlichste Variante
Bei den neuen Erkrankungen bei den Anrainern handelt es sich wie bei den vorherigen Fällen um Malaria tropica – die gefährlichste Variante der Krankheit. Ob es sich bei den Erkrankten bzw. der einen nun gestorbenen Person um Männer oder Frauen handelt, teilte das Frankfurter Gesundheitsamt nicht mit.

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