Brucknerfest Linz

Endlich einmal einen Bruckner zum Angreifen

Oberösterreich
17.09.2026 17:00
Porträt von Eva Hammer
Porträt von Johannes Sonnberger
Von Eva Hammer und Johannes Sonnberger

Das Linzer Brucknerfest zeigt Kanten mit Austrofred und beschert grandiose Musikmomente mit Dirigent Philipp von Steinaecker, der Mahler Academy und der gefeierten Mezzosopranistin Fleur Barron. Das Brucknerfest bietet noch bis 30. September musikalische Juwelen und Grenzgänge.

Das Linzer Brucknerfest bringt unter dem Motto „endlich“ zusammen, was sonst oft an Berührungsängsten scheitert.

Unter dem Titel „Hearst Bruckner“ verband das Brucknerfest im ORF Landesstudio OÖ Film, Gespräche, Lesung und Musik zu einem ungewöhnlichen Abend. Gaststar war Austrofred. Im Mittelpunkt stand eine humorvolle, selbstironische Annäherung an Bruckner.

Grundlage war der Film „Hearst Bruckner“ von Gerald Heidegger, entstanden im Brucknerjahr 2024. Austrofred verkörperte darin Bruckner, unterstützt u.a.a von Intendant Norbert Trawöger als Gustav Mahler. Das Atalante Streichquartett präsentierte Bruckners einziges Streichquartett in c-Moll live. Mit Werktreue, Präzision und klanglicher Transparenz widmete sich das Ensemble diesem selten gespielten Frühwerk. Zwei Perspektiven auf Bruckner, die nicht kontrastreicher sein können. Großer Applaus!

Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ mit Fleur Barron als grandioser Solistin; Philipp von ...
Gustav Mahlers „Kindertotenlieder“ mit Fleur Barron als grandioser Solistin; Philipp von Steinaecker dirigierte.(Bild: Oliver Erenyi)

Auf internationalen Konzertpodien gefeierte Sängerin
Am Mittwoch folgte im Brucknerhaus ein musikalischer Höhepunkt: Dirigent Philipp von Steinaecker und die Mahler Academy berührten mit „Revolution Mahler“ zutiefst.

Das von Claudio Abbado gegründete Ensemble widmet sich auf Originalinstrumenten der Klangwelt um 1900 und ermöglicht einen authentischen Zugang zu Mahlers Musik. Auf dem Programm standen die „Kindertotenlieder“ sowie Mahlers 9. Symphonie, sein letztes vollendetes Werk.

Die singapurisch-britische Mezzosopranistin Fleur Barron, die bereits bei den Salzburger Festspielen auftrat, gestaltete die Lieder mit großer Ausdruckskraft. Ihre Stimme schwebte durch die von Angst, Klage, Trost und Hoffnung geprägten Kompositionen – und wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus gefeiert.

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