Schüsse in Bad Vöslau

Blutiges Ende der Hassliebe: Getöteter amtsbekannt

Niederösterreich
17.09.2026 17:41

Ein vielfach vorbestrafter Mann hielt seiner Partnerin in Bad Vöslau (NÖ) eine Schere an die Brust. Polizeischüsse stoppten ihn – und retteten wohl die 27-Jährige. Eine Obduktion soll den genauen Ablauf der Tat klären. Geklärt werden muss außerdem, ob eine Notwehrsituation vorlag.

Die Beziehung der beiden war von Gewalt und Polizeieinsätzen geprägt. Der jüngste kostete ihn das Leben – und dürfte ihres gerettet haben.

Paar in Drogenersatzprogramm
Einen Tag nach der Tragödie in einer Wohnung in Bad Vöslau kommen neue Details ans Licht. Das arbeitslose Paar bewegte sich seit Jahren im Suchtgiftmilieu, beide nahmen an einem Drogenersatzprogramm teil. Der 39-Jährige hatte zudem ein langes Vorstrafenregister – unter anderem wegen Suchtgiftdelikten und Einbrüchen.

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Es wurden mehrere Schüsse in den Oberkörper des Mannes abgegeben. Die genaue Anzahl und die genaue Todesursache soll die Obduktion klären.

Silke Pernsteiner, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt

War nicht der erste Polizeieinsatz an der Adresse
Auch an der gemeinsamen Adresse musste die Polizei wiederholt einschreiten. Die Gewalt soll von beiden ausgegangen sein. Mehrmals wurden Betretungsverbote ausgesprochen – auch gegen die 27-Jährige, nachdem sie ihren Partner in die Lippe gebissen haben soll.

Partnerin lagt blutüberströmt am Boden
Am Mittwoch gegen 13.15 Uhr eskalierte die Beziehung endgültig. Nachbarn hörten Hilferufe und alarmierten die Polizei. Als die erste Streife die unversperrte Wohnung betrat, lag die Frau nach mehreren Stichen blutüberströmt in den Räumen. Der Angriff war jedoch noch nicht vorbei: Der 39-Jährige hielt seiner schwer verletzten Partnerin eine Schere an die Brust und drohte, sie zu töten. Ein Polizist gab mehrere Schüsse in den Oberkörper des Mannes ab. Dieser starb am Tatort, die Frau ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

Notwehr wird geprüft
Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an. Auch ein Ballistiker wurde bestellt. Der Experte soll Schusszahl, Entfernung und Treffer klären, die Obduktion die genaue Todesursache. Den Ablauf und den Waffengebrauch untersucht auch die Ermittlungs- und Beschwerdestelle Misshandlungsvorwürfe.

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u.a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at, sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217, https://www.gewaltschutzzentrum.at/, beim Polizei-Notruf: 133

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