Mariendom Linz

Briefe verraten Geheimnisse über Gemäldefenster

Oberösterreich
18.09.2026 15:05

Die Gemäldefenster des Linzer Mariendoms zählen zu den kunsthistorisch bedeutendsten Glasmalereien Österreichs. Sie entstanden nach Fotos und Skizzen – ein wertvoller Archivbestand wurde nun nach Linz geholt. Die historischen Dokumente eröffnen spannende Einblicke hinter die Kulissen eines der größten Kunstschätze des Landes.

Der Linzer Mariendom hat 142 Fenster, darunter 42 Gemäldefenster, die besonders bedeutend sind.

Sie verbinden auf einzigartige Weise traditionelle sakrale Motive mit oberösterreichischer Heimatgeschichte und realen Porträts von Persönlichkeiten, die den Dombau unterstützten. Bischof Manfred Scheuer betont: „Die Gemäldefenster des Mariendoms zählen zu den kostbarsten Kunstschätzen unseres Landes. Sie sind weit mehr als ein architektonisches Schmuckstück. In ihnen verdichten sich Glaubensgeschichte, Landesgeschichte und die Geschichte des Domes selbst.“

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Es erfüllt mich mit großer Freude und auch mit einem gewissen Stolz, in diesem Dom Gottesdienst feiern zu dürfen, der einen solchen Schatz beherbergt.

Bischof Manfred Scheuer

(Bild: Diözese Linz)

Gefertigt wurden die kostbaren Fenster zwischen 1910 und 1924 in der Tiroler Glasmalerei mit Sitz in Innsbruck. Die Bischof-Rudigier-Stiftung hat nun einen bedeutenden Archivbestand der Tiroler Glasmalerei erworben und nach Linz geholt.

Keine nackten Knie beim „Kaiserfenster“
Die Materialien umfassen historische Skizzen, Entwürfe, Porträts, Fotoplatten und Schriftverkehr zur Entstehung der Gemäldefenster. Darunter befinden sich auch Briefe, die belegen, dass die Porträts nach Fotografien angefertigt wurden. Die Porträtierten brachten dabei häufig Änderungswünsche ein.

Beim „Kaiserfenster“ etwa wollte Erzherzog Franz Ferdinand verständlicherweise nicht mit nackten Knien dargestellt werden. Deshalb malte man ihm ein Wappenschild vor die Beine.

Die historischen Dokumente ergänzen die bereits vorhandenen Bestände des Planarchivs und schließen eine wichtige Lücke in der Dokumentation der Kunstwerke. Zugleich eröffnen sie neue Möglichkeiten, deren Geschichte zu erforschen und zu vermitteln.

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