1284,6 Euro pro Kopf

Linz zahlt österreichweit das meiste Geld ans Land

Oberösterreich
18.09.2026 09:02

„Das Land OÖ greift tief in die Linzer Kasse“, sagt der Finanzstadtrat der Landeshauptstadt. Er bezieht sich damit auf eine aktuelle Erhebung, die zeigt, dass die Transferleistungen, die Linz ans Land abliefert, pro Kopf teils mehr als doppelt so hoch ausfallen wie in anderen Landeshauptstädten. 

Linz führt ein Ranking an, bei dem der Finanzstadtrat der Stadt, Thomas Gegenhuber (SPÖ), lieber ganz weit hinten wäre: Mit 1284,6 Euro pro Kopf liefert Linz mehr Transferleistungen ans Land ab als jede andere Landeshauptstadt in Österreich. Das belegt nun eine Auswertung des Zentrums für Verwaltungsforschung (KDZ).

Zum Vergleich: In Klagenfurt beträgt die Transferlast – also im Wesentlichen die Summe von Sozialhilfe-, Krankenanstalten- und Landesumlage – 1015,5 Euro, in Innsbruck 997 Euro. Um einiges weniger als die Hälfte pro Kopf zahlen die Grazerinnen und Grazer mit 477,8 Euro (siehe Grafik). 

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

„Hohe Transferlast ist kein Naturgesetz“
Gegenhuber hält das für ungerecht: „Die Linzerinnen und Linzer zahlen im Vergleich zu den Bürgern anderer Landeshauptstädte unverhältnismäßig viel an das Land – Geld, das uns fehlt.“ Warum gerade Graz um so viel weniger ans Land abliefern muss als Linz erklärt Gegenhuber damit, dass das Land Steiermark – „wie verfassungsrechtlich vorgesehen“ – die volle Verantwortung für seine Krankenanstalten trage. Der Blick auf das Nachbarbundesland zeige: „Eine hohe Transferlast ist kein Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung des Landes.“

Weisenrat soll‘s richten
Der SPÖ-Politiker fordert daher jetzt einen unabhängigen Weisenrat, der den inneroberösterreichischen Finanzausgleich durchleuchten und Vorschläge für eine „faire Neugestaltung“ erarbeiten solle. Bestärkt fühlt er sich durch den Gemeindefinanzbericht 2026 des KDZ, in dem es heißt: „Die Umlagenproblematik ist eine der Hauptursachen für die konsequent negative Entwicklung der Gemeindefinanzen in den letzten Jahren.“ Wenn nicht gegengesteuert werde, „werden sich die Finanzierungsspielräume weiter verschlechtern“.

Dass das auch für Linz gilt, demonstriert Gegenhuber mit einer Hochrechnung der Daten aus dem Rechnungsabschluss 2025 und den Prognosen der Finanzabteilung der Stadt Linz. Demnach werde der Pro-Kopf-Wert der Umlagenbelastung bis 2027 auf 1485 Euro ansteigen – ein Plus von 15,6 Prozent.

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