Die Berglandmilch aus Wels – die größte Molkerei des Landes – hat in ihrer Generalversammlung am Freitag die Fusion mit der Milchsparte der Obersteirischen Molkerei (OM) beschlossen. Die Abstimmung der Genossenschafter fiel einstimmig aus.
Die Fusion war der einzige Tagesordnungspunkt der Berglandmilch-Generalversammlung am Standort Aschbach-Markt. Zudem wurden auch personelle Weichen gestellt: OM-Obmann Jakob Karner wurde zum stellvertretenden Obmann der Berglandmilch gewählt.
Die Mehrheit (92 Prozent) der steirischen OM-Genossenschafter hatte der Fusion, wie berichtet, bereits am Dienstag zugestimmt. Nun ist die Wettbewerbsbehörde am Zug, die den Zusammenschluss genehmigen muss.
Zehnte Genossenschaft für größte Molkerei
Die oberösterreichische Berglandmilch ist mit einem Umsatz von zuletzt über 1,3 Milliarden Euro und rund 8000 Milchlieferanten die mit Abstand größte Molkerei in Österreich. Sie gehörte bisher neun Genossenschaften, deren operative Tochter sie ist. Nun kommt die OM-Milchsparte als zehnte Genossenschaft dazu. Das bedeute, Aspekte wie die Milchabholung bei den bäuerlichen Lieferanten blieben gleich, so OM-Obmann Karner. Die Steirer bekommen im Gegenzug rund zehn Prozent Anteile an der Berglandmilch.
Die bisherigen Berglandmilch-Muttergenossenschaften sind die Schärdinger Landmolkerei, die Linzer Molkerei, die Milchunion Alpenvorland, die Molkerei im Mostviertel, die Milchverarbeitung Desserta, die Bäuerliche Milchunion Kärnten, die Landfrisch Molkerei, die Tirol Milch und die Stainzer Milch. Sie alle erhalten mit dem Deal – indirekt über die operative Tochter – Anteile an den Milchstandorten der OM.
Sollten die Wettbewerbshüter der Fusion zwischen Berglandmilch und Obersteirischer Molkerei grünes Licht erteilen, wird Österreichs größte Molkerei bald einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro erreichen.
Marktkonzentration steigt
Durch die bevorstehende Fusion steigt die Marktkonzentration bei Molkereien weiter. Die Mehrheit der heimischen Molkereien wird von Genossenschaften betrieben und ist im Besitz der Milchbauern. Seit den 1990er-Jahren haben viele genossenschaftliche Milchverarbeiter aus Kostengründen fusioniert.
Die Konsolidierungswelle der letzten 30 Jahre bei den genossenschaftlichen Molkereien ist für den Wifo-Ökonomen Franz Sinabell nicht überraschend. Die Vorteile der Kostensenkung durch die Zusammenschlüsse könnten an die Milchbauern weitergegeben werden, wenn das Molkerei-Management „es gut macht“, sagt Sinabell. In anderen EU-Ländern hätten kommerzielle Milchverarbeiter „beträchtliche Marktanteile“ und Milliarden-Konzernumsätze. Die Fusionswelle in der heimischen Milchbranche wird von den Wettbewerbshütern genau beobachtet. „Irgendwann wird die Wettbewerbsbehörde den Konsolidierungen einen Riegel vorschieben“, erwartet Sinabell. Kritisch sei es dort, wo Milchbauern ihre Milch nur an eine Molkerei liefern können und damit wirtschaftlich stark abhängig seien.
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