In Wels muss wegen eines Formfehlers über die Umwidmung einer 3,5 Hektar großen Grünfläche in ein Betriebsbaugebiet neu abgestimmt werden. Zuletzt wurden die Proteste der Anrainer immer lauter. Sie befürchten, im Verkehr zu ersticken.
Zurück an den Start“, heißt es bei den Plänen für die Umwidmung einer rund 3,5 Hektar großen Grünfläche im Welser Osten. Konkret soll zwischen dem Friedhof und dem Flugplatz zunächst ein riesiger Parkplatz für Großveranstaltungen und in weiterer Folge ein neues Betriebsbaugebiet errichtet werden. Für die notwendige Umwidmung fasste der Gemeinderat im April schon einen Beschluss. Die Raumordnungsbehörde wies den Antrag aber wegen eines Formfehlers zurück. Statt dem vorgeschriebenen Maßstab von 1:10.000 reichte Wels die Unterlagen im Maßstab 1:2500 ein.
Neue Abstimmung
Am kommenden Montag stimmt das Stadtparlament erneut ab. Unter deutlich anderen Vorzeichen. Gegen das Projekt laufen die Anrainer seit Wochen Sturm. Sie fühlen sich überrumpelt. „Wir sind jetzt schon vom Verkehr eingekesselt, bald drohen wir im Verkehr zu ersticken“, poltern einige der Bewohner der Eisenbahnersiedlung. Der anwesende, unabhängige Gemeinderat Ralf Drack nickt. Er wird bei der Abstimmung diesmal dagegenstimmen: „Mir fehlt unter anderem ein Verkehrskonzept, es gäbe genügend Alternativen.“
Entwicklung ja – aber mit Verantwortung, Augenmaß und den Menschen vor Ort, nicht über ihre Köpfe hinweg.
Miriam Faber, Grünen-Fraktionsobfrau
Auch die Grünen werden nun gegen die Umwidmung stimmen – „symbolisch“, wie es heißt. Fraktionschefin Miriam Faber spart auch nicht mit Kritik am Projekt und der WBA, der Welser Betriebsansiedelungs GmbH, die das Grundstück vor mehr als einem Jahr erwarb: „Es kann sinnvoll und effizient sein, städtische Aufgaben, wie Betriebsansiedelungen, auszulagern. Die politische Verantwortung darf dabei aber nicht verloren gehen. Gerade beim Umgang mit den kostbaren Böden unserer Stadt braucht es klare Leitplanken. Der Unmut der Anrainer ist deutlich spürbar. Wer Bürger vor vollendete Tatsachen stellt, muss sich fragen lassen, wo die Kommunikation geblieben ist.“
WBA-Chef Peter Jungreithmair weist den Vorwurf der mangelnden Kommunikation zurück: „Wir haben Projektbeginn in einer Presseaussendung informiert, die Gemeinderatssitzung im April war öffentlich und mit Baubeginn im Juli haben wir Infotafeln mit relevanten Telefonnummern am Areal angebracht. Kommende Woche gibt’s auch noch eine Infoveranstaltung für Anrainer, um die Debatte zu versachlichen.“
Viele Gerüchte
Es sei aber völlig an den Haaren herbeigezogen, dass die WBA Häuser abreißen lassen will oder Enteignungen plane. „Es kommt ein Firmenareal mit fixen Auflagen, pro Hektar müssen mindestens 60 Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Jungreithmair.
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