Hinter den unschuldig gefalteten Vorderbeinen verbirgt sich eine der faszinierendsten Räuberinnen unserer Insektenwelt! Dass sich die wärmeliebende Gottesanbeterin immer häufiger auch hierzulande dem Sex-Kannibalismus hingibt, liegt vor allem am Klimawandel.
Regungslos verharrt sie im warmen Gras. Die Fangarme vor der Brust gefaltet, als würde sie beten. Doch der friedliche Eindruck täuscht gewaltig. Denn die Gottesanbeterin ist eine hochgerüstete Jägerin. Stundenlang kann die Gottesanbeterin so auf ihre Beute lauern. Dann geht alles blitzschnell: Die Fangarme schnellen nach vorne, Dornen daran verhindern jede Flucht. Heuschrecken, Grillen, Schaben und andere Insekten landen auf dem Speiseplan. Gefressen und oft auch in Stücke gerissen wird das Opfer bei lebendigem Leib. Auch Schmetterlinge sind nicht sicher. Und einmal wurde eine Gottesanbeterin dabei beobachtet, wie sie eine Zauneidechse tötete – ein Beleg dafür, dass die etwa sechs bis 7,5 Zentimeter große Fangschrecke auch große Beute überwältigen kann.
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