Zumindest drei Polizisten waren Mitte August bei einer Firmenfeier in Micheldorf (OÖ), um den dort anwesenden Amazon-Boss Jeff Bezos zu schützen. Der war freilich ein Doppelgänger, die Polizisten aber echt. Nun wird untersucht, wer den „Einsatz“ genehmigt und bezahlt hat. Ein hochrangiger Beamer steht im Fokus der Ermittlungen.
„Ist er's, oder ist er‘s nicht“, fragten sich zahlreiche Partner und Mitarbeiter auf einer Feier des Werkzeugherstellers Haidlmair am 19. August in Micheldorf. Die Rede ist von Amazon-Gründer Jeff Bezos, der dort am Nachmittag mit einem Hubschrauber gelandet war.
Bezos-Doppelgänger
Auf den zweiten Blick wurde jedoch klar, dass nicht der echte US-Unternehmer auf Stippvisite in Oberösterreich war, sondern ein bezahlter Doppelgänger. Auf dessen Instagram-Profil schreibt dieser: „Vom Hubschrauber in die Halle, begleitet von Mario Haidlmair, meinen Leibwächtern und SIG OÖ“.
Echte Polizisten
Denn anders als beim Fake-Bezos, soll es sich bei den vermeintlichen Personenschützern um keine bezahlten Schauspieler, sondern „echte“ Beamte gehandelt haben. Zumindest drei Polizisten der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) sind auf etlichen Bildern und Videos der Feier zu sehen.
Ermittlungen bestätigt
Warum die Polizisten dort waren, wer den Einsatz autorisiert hat und wer für die Kosten aufkommt, ist Gegenstand von Ermittlungen. Das bestätigt zumindest die Landespolizeidirektion Oberösterreich (LPD OÖ), wo es auf „Krone“-Nachfrage heißt: „Der Sachverhalt ist der Landespolizeidirektion Oberösterreich bereits bekannt und entsprechende Prüfungen betreffend aller Beteiligter sind im Gang.“
Laufendes Verfahren
Näheres wolle man angesichts des laufenden Verfahrens dazu nicht sagen. Auch beim Innenministerium hält man sich bedeckt, verweist auf die Zuständigkeit der Disziplinarkommission des LPD OÖ. Wie der „Standard“ als Erstes berichtete, soll der Linzer Polizeichef Klaus Hübner den Einsatz autorisiert haben.
Beteiligte kennen einander
Das Medium beruft sich auf Gespräche mit Firmenchef Mario Haidlmair, der Hübner schon viele Jahre kenne und ihn betreffend des Bezos-Auftrittes kontaktiert habe. Der hochrangige Polizeibeamte wollte auf „Krone“-Anfrage keine Stellungnahme in der Sache abgeben.
Viele Fragen offen
So bleiben viele Fragen offen: Wer hat den Einsatz bezahlt? Wurde er als Überstunden abgerechnet? Waren die mitgeführten Waffen echt? Wird gegen eine konkrete Person ermittelt, und wie genau lauten die Vorwürfe? Böse Zungen würden eventuell noch wissen wollen: Kann man Polizisten auch für Kindergeburtstage und Weihnachtsfeiern buchen?
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