Sperre des Neutors

„Es gibt Tage, auf die wir uns vorbereiten müssen“

Salzburg
13.09.2026 09:00

Ab Montag fahren im Neutor in Salzburg nur noch die Baumaschinen. Der gesamte Durchzugsverkehr und alle Anrainer müssen dadurch Umwege und Zeitverlust in Kauf nehmen. Die Stadt appelliert an die Vernunft – und daran, das Auto, wenn möglich, stehen zu lassen.  

Viel Geduld müssen Autofahrer in der Stadt Salzburg ab sofort mitbringen. Während die im Herbst üblichen Baustellen bereits Verzögerungen auslösen, gibt es mit der Neutorsperre heuer eine besondere Herausforderung – die täglichen 10.000 Autos, die durch den Mönchsberg rollen, müssen woanders hin.

Schon am Samstag war das Neutor kurz zu – für eine Demo.
Schon am Samstag war das Neutor kurz zu – für eine Demo.(Bild: Markus Tschepp)

„Der Appell kann nur sein, dass möglichst viele Menschen auf die Öffis umsteigen oder Fahrräder nutzen“, sagt SPÖ-Bürgermeister Bernhard Auinger. Manche seien auf das Auto angewiesen – z.B. Mitarbeiter im Krankenhaus mit Schichtdienst. Hier gelte es, zusammenzuhalten. „Aber es wird Tage geben auf die wir uns vorbereiten müssen.“

(Bild: Krone KREATIV)

Laut Planern bleibt die Altstadt grundsätzlich erreichbar, inklusive Garagen. In der Schwarzstraße gibt es eine eigene Busspur statt einiger Parkplätze. Ebenfalls einen eigenen Fahrstreifen bekommen die Busse vor dem Müllnerhügel in der Lindhofstraße. Vor dem Augustinerbräu wird zudem zeitweise Tempo-30 gelten.

Wir können keine zusätzlichen Straßen bauen und nur appellieren: Bitte seid’s vernünftig und steigt um, sofern möglich. Wenn das keiner macht, wird es schwierig.

Bernhard Auinger

Bürgermeister der Stadt Salzburg

Weil die direkte Verbindung durch das Neutor wegfällt, seien diese Änderungen nötig, so die Stadt. Dadurch verlieren die Linien 1, 8, 10 und 22 ihre bisherigen Routen zum Herbert-von-Karajan-Platz. Sie werden eben über Mülln zum Ferdinand-Hanusch-Platz umgeleitet – einer Station, die dadurch noch wesentlich an Bedeutung gewinnt. Für die Fahrgäste bedeutet der Umweg allerdings auch sieben Minuten an Zeitverlust.

Auch am Müllnerhügel kommt ein Fahrverbot für alle, die nur durchfahren wollen.
Auch am Müllnerhügel kommt ein Fahrverbot für alle, die nur durchfahren wollen.(Bild: Andreas Tröster)

„Nur mehr die Busse dürfen über Müllnerhügel fahren“
„Alle Busse nehmen diese Route. Wir müssen die Leute schnell hinüberbringen“, sagt Auinger. 60 Busse pro Stunde werden über den Müller Hügel fahren – einer pro Minute. Direkt über den Müllnerhügel kommt außer den Bussen ab Montag allerdings nur noch Ziel- und Quellverkehr durch, also die Anrainer des Hügels selbst, Lieferanten und Handwerker. Deren Ziel muss allerdings innerhalb des gesperrten Abschnitts liegen.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der gesamte Durchzugsverkehr in der rechten Altstadt durch die Schwarzstraße muss. Dort gibt es unter anderem auch am Makartplatz eine weitere Großbaustelle.

Eine gewisse Entlastung für die Autofahrer soll ein Dosiersystem bringen. Dabei werden – vereinfacht erklärt – die Grünphasen an Ampeln verkürzt um das erhöhte Verkehrsaufkommen steuern zu können. Sieben Lichtsignale wurden dafür sogar extra umgerüstet. Doch auch dieses System verlagert die Staus dann lediglich in umliegende Stadtteile.

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