Mit heute, 14. September, 5.30 Uhr, beginnt auf Puls4 eine neue Zeitrechnung – 18 Jahre nachdem Bianca Schwarzjirg mit Florian Danner „Café Puls“ moderiert hat, wird dieser nun von Alex Kratki ersetzt. Der „Neue“ ist gar nicht so neu und freut sich schon sehr auf seine Aufgabe. Der „Krone“ erzählt er mehr darüber.
„Krone“: Alex, wann hast du gewusst, dass du als Moderator bei Café Puls starten wirst und wie sah da der Bewerbungsvorgang bis zum Job aus?
Alex Kratki: Ehrlicherweise war ich anfangs einfach nur überrascht, dass Flo Danner seine Familie zusammenpackt und auf einmal nach Amerika gehen will. Danach, ich weiß eigentlich gar nicht mehr den genauen Zeitpunkt, wurde mit mir gesprochen. Dadurch, dass ich schon lange bei „Café Puls“ eingesprungen bin, wenn Jakob Glanzner oder Flo krank oder auf Urlaub waren, hat es für mich kein Casting oder eine Probesendung gegeben. Da musste man einfach die Rahmenbedingungen für mich klären: Geht sich das familiär und privat aus?
Du bist schon eine Zeit lang bei Puls 4, was hast du alles gemacht und wie sehr wolltest du diesen Job jetzt haben?
Ich bin, und das kann ich echt mit Stolz sagen, ein Allrounder, der schon so gut wie alles gemacht hat. Ich bin seit mehr als 15 Jahren im Sender und habe als Videojournalist begonnen. Da habe ich Kamera und Schnitt gelernt. Ich liebe den Schnitt noch immer und schneide vor allem meine Kinobeiträge alle noch selbst. Ganz am Anfang habe ich auch die Nachrichten für „Café Puls“ geschnitten. Dann durfte ich als Chef vom Dienst bei „Café Puls“ Regie machen. Da habe ich schon mit Bibi zusammengearbeitet, sie vor der Kamera und ich dahinter. Vor mehr als zehn Jahren habe ich dann auch begonnen, als Filmexperte im Einsatz zu sein und habe mit Brad Pitt, Chris Hemsworth, Natalie Portman und Co. fast ganz Hollywood interviewen dürfen, bis ich als Moderator bei „Treffpunkt Österreich“ und damals noch „Café Puls – Das Magazin“ moderieren durfte. Jetzt folgt natürlich die Krönung mit der Frühstücks-Couch in „Café Puls“.
Ihr beide kennt euch seit geraumer Zeit. Seit wann genau und wie gut kennt ihr den jeweils anderen denn wirklich?
Wir kennen uns seit mehr als 15 Jahren, quasi seit ich im Sender bin. Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt, aber dadurch, dass sie immer vor der Kamera tätig war und ich großteils hinter der Kamera, hatten wir nicht immer Berührungspunkte. Aber Bibi und ich, glaube ich, waren uns von Anfang an sehr sympathisch. Ich habe Bibi schon immer als sehr lustigen und herzlichen Menschen empfunden und von dem her ist die Basis schon mal eine sehr, sehr gute. Aber natürlich, ich glaube jetzt durch den intensiven Frühdienst lernt man sich noch, noch, noch viel besser kennen.
Was ist die markanteste Erinnerung, die du von deinem Gegenüber hast?
Bibi verbinde ich natürlich automatisch mit „Café Puls“, weil sie das seit fast zwei Jahrzehnten macht. Aber auch mit ihrer Topmodel-Ära, weil sie da als Jurorin, aber vor allem als Moderatorin bei „Austria‘s Next Topmodel“ im Einsatz war und da auch das große Finale moderiert hat und das sehr souverän und richtig cool. Also die beiden Sachen verbinde ich vor allem mit Bianca.
Dieser neue Job bedeutet auch eine neue große Herausforderung. Worauf freust du dich am meisten und gibt es auch Unsicherheiten?
Ehrlicherweise freue ich mich auf die Herausforderung. Unsicherheit gibt es wenige, weil ich erstens mit keiner fremden Person moderiere, sondern mit der Bibi. Und ich habe „Café Puls“ auch schon in der Vergangenheit moderieren dürfen. Von dem her sind das zwei Komponenten, die mich eher sicher stimmen, als irgendwie erstarren oder Angst haben lassen.
Also deine Frau Anna weckt das Land bei Ö3 und du weckst es bei Puls 4. Seid ihr das Paar in Österreich, das am frühesten gemeinsam aufsteht?
Ja, wir sind quasi die Beckhams aus Österreich, nur mit zehn Nullern weniger am Konto (lacht). Nein, ich glaube, es gibt genug Menschen in Österreich, die um diese unchristliche Zeit aufstehen. Ich denke nur an Bäcker, Ärzte, Pflegepersonal und Co. Und genau für solche Leute wird „Café Puls“ gemacht. Aber natürlich, ja, 3 Uhr Tagwache ist schon sehr hart verdientes Geld.
Seid ihr eigentlich beide solche Lärchen, die gerne in der Früh zeitig aufstehen und arbeiten, oder wird dieser Job in dieser Hinsicht auch ein bisschen zur Qual für dich?
Jeder Mensch, der sagt, er steht gerne um 3 Uhr in der Früh auf, außer er fliegt vielleicht an dem Tag auf Urlaub, der lügt oder lügt sich selbst an, weil er es nicht wahrhaben will. Es ist und wird nie schön sein, um 3 in der Früh aufstehen zu müssen. Wenn du dann im Sender bist, wenn du dann die Sendung machst, ist alles tippi-toppi. Aber wenn der Wecker um 3 Uhr läutet, ist es eine Qual.
Ändert sich eigentlich irgendwas am Setting? Hat man versucht, diese Personalveränderung auch mit einer optischen Veränderung einhergehend durchzuführen?
Nein, große Änderungen wird es nicht geben. „Café Puls“ wird genauso weitergemacht wie bisher. Es läuft super, die Menschen mögen das gewohnte Bild. Von dem her ändert sich hauptsächlich nur der Mann an Bibis Seite.
Heute früh um 5:30 Uhr seid ihr das erste Mal im TV zu sehen. Wie bereitet ihr euch darauf vor und wisst ihr schon, wie ihr euch dem Publikum vorstellen möchtet?
Wir haben in den letzten Wochen einige Beiträge gemeinsam drehen dürfen und auch öfter miteinander telefoniert und uns beiden gesagt, wie sehr wir uns auf die neue Ära freuen. Aber ansonsten ist die Vorbereitung eigentlich keine besondere. Ich glaube, wir sind beide sehr spontane Menschen und der Rest wird wachsen. Also nein, eine spezielle Vorstellung vom 14. September gibt es zumindest von meiner Seite nicht. Aber wer weiß, was Bibi da aus dem Hut zaubert. Sie ist nämlich auch immer wieder für Überraschungen gut.
Worauf kommt es bei der Café-Puls-Moderation besonders an? Welche wichtigen Lehren und Erfahrungen hast du in deiner Karriere gewonnen, die auch hier anwendbar sind?
Eines ist Bibi und mir essenziell: Harmonie ist mit Abstand das Wichtigste bei einer Moderation, vor allem um diese Uhrzeit. Ich glaube, die Menschen wollen mit „Café Puls“ gemütlich und angenehm in den Tag starten und da braucht's einfach ein Morning-Couple, das gut harmoniert, das sich mag und das gute Laune versprüht.
Und welche wichtigen Lehren konnte ich in meiner Karriere gewinnen?
Dadurch, dass ich in meiner Funktion als Filmexperte schon fast ganz Hollywood interviewen durfte, bin ich es gewohnt, live und unter Zeitdruck zu agieren oder situationselastisch zu sein. Schließlich kann sich bei einer Livesituation immer etwas spontan ändern.
Nachdem ihr euch beide schon lange kennt, wie wird der Drive zwischen dir und Bianca sein? Was erwartest du dir davon selbst?
Ich glaube, dass Bibi und ich ein sehr lustiges Morningshow-Couple sein werden, weil wir beide gerne lachen, gerne über uns selbst, gerne über den anderen. Natürlich mit einem gewissen Niveau. Aber ich glaube, wir nehmen uns beide nicht allzu ernst. Wir wissen, wann es Seriosität, wann es eine gewisse Ernsthaftigkeit braucht. Aber ansonsten, wie schon erwähnt, wollen die Leute mit guter Laune in den Tag starten und da kann ich mich schon mal aus dem Fenster lehnen, das werden sie auch bekommen.
Was braucht eine moderne Frühstückssendung, um zu reüssieren und die Leute abzuholen? Und wie sehr hat sich dieser Job seit deinem Frühtag bei Puls 4 verändert?
Ich glaube, eine moderne Frühstückssendung braucht auf jeden Fall ein Moderationsduo, das sich sehr gerne mag. Alles Gekünstelte funktioniert vielleicht für eine geringe Zeit, aber dann merkt das Publikum, dass da etwas nicht stimmt. Man braucht nichts vorzuspielen. Ich glaube, Authentizität ist ganz wichtig und gerade in Zeiten von Social Media und Co., wo alles noch schnelllebiger wird, ist es umso wichtiger, auch im linearen Fernsehen oder im Livestream am Puls der Zeit zu sein und zu versuchen, die breite Masse abzuholen. Wir müssen uns in der Planung noch intensiver damit befassen: Was beschäftigt die Menschen da draußen wirklich? Was beschäftigt den Zuschauer und die Zuschauerin? Was sind die Sorgen? Was sind die Ängste? Womit kann man dem Zuschauer eine Freude machen? Und ich glaube, die Mischung macht's aus. Also ich glaube, man muss heutzutage noch näher am Zuschauer und an der Zuschauerin sein. Und das versuchen wir beide natürlich mitzubringen.
Welche Eigenschaften magst du an Bianca Schwarzjirg und bei welchen Eigenschaften sieht das ganz und gar anders aus?
Bibi ist sehr zielstrebig, sehr lustig, organisiert und chaotisch zugleich. Ja, das geht (lacht). Was ich nicht an ihr mag? Das weiß ich bisher nicht und ehrlicherweise sage ich das jetzt nicht, weil ich schleime oder gut rüberkommen will. Fragt's mich am 21. September, dann kann ich euch vielleicht drei Punkte sagen (oder sogar mehr haha)
Worauf freust du dich in dieser neuen Konstellation besonders?
Ich glaube, dass Bibi und ich zu einem richtig guten Team heranwachsen können. Sich gegenseitig sympathisch sein ist das eine, aber trotzdem gemeinsam als Team, vor allem zu so einer sehr intimen Uhrzeit, wo du wahrscheinlich gereizter und deutlich empfindlicher bist, zu funktionieren, wenn man das schafft, ist das sicher eine lässige Sache. Ich glaube, das kann einen sehr zusammenschweißen und darauf freue ich mich, weil Bibi menschlich top ist.
Florian Danner geht ja nur für ein Jahr in die USA, wird er dann zurückkehren und wie sieht deine Vereinbarung mit dem Sender von dir aus, genau aus?
Also Flo ist jetzt mal ein Jahr weg. Was danach ist, das wird sich noch weisen. Erstensmal Respekt. Es gehören Cojones dazu, seine ganze Familie einzupacken und in die Staaten auszuwandern. Also da drücke ich dem Flo ganz fest die Daumen und wünsche ihm nur das Beste. Flo wird immer Teil von „Cafe Puls“ sein, das ist für mich ganz klar. Ein Mensch, der 18 Jahre lang diese Sendung, dieses Format geprägt hat, sollte meiner Meinung nach immer einen Platz auf dieser Couch haben. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Wer weiß, vielleicht gehe ich dann in einem Jahr mit der Family in die Staaten (lacht).
Wirst du dich von Florian Danner unterscheiden? Was wird bei dir garantiert anders ablaufen und wo wird es andererseits vielleicht Parallelen geben?
Das hoffe ich doch, dass ich mich unterscheide, niemand will eine schlechte Kopie. Das war, glaube ich, auch einer der ersten Sachen, die ich zur Bibi gesagt habe: Ich will kein Flo 2.0 sein und ich kann auch kein Flo 2.0 sein. Ich möchte authentisch bleiben und ich möchte die Sendung so machen, wie ich glaube, dass es richtig ist. Einfach auf meine Art und Weise. Ich hoffe, dass das beim Zuschauen beim Publikum gut ankommt. Den Flo kann keiner ersetzen, ihn soll auch keiner ersetzen. Der einzige Unterschied, der mir jetzt gravierend auffällt, ist vielleicht, dass ich so circa 90 Zentimeter kleiner bin als Flo. Das heißt, für die Instagram-Fotos wird es vielleicht das eine oder andere Mal ein Stockerl brauchen. Aber ich werde den Laden nicht gleich komplett umschmeißen, keine Sorge.
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