Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) macht Druck. Österreich brauche „dringend“ ein neues Integrations-Gesetz, erklärte sie am Freitag. Damit das Gesetz aber im Jänner in Kraft treten könne, sei jetzt Tempo gefordert.
Bauer fordert Tempo bei der Reform der Sozialhilfe und dem damit verbundenen Integrationspflichtengesetz. Bis Oktober müssten die beiden Materien vorliegen, um sie zeitgerecht mit Jahresbeginn in Kraft setzen zu können, erklärte sie am Freitag. Als Argument, warum es das Gesetz brauche, führte Bauer unter anderem die niedrige Erwerbstätigkeit zugewanderter Frauen an.
Mehrfach betonte die Ministerin, dass sie ihren Teil des Pakets schon vor mehreren Monaten vorgelegt habe. Die Sozialhilfe-Reform wurde hingegen vom Sozialministerium erst vor kurzem in die koalitionsinterne Koordinierung geschickt. Bauer appelliert nun, mehr Tempo zu machen, brauche man das Gesetz doch „dringend“.
Der Integrationsministerin geht es dabei, wie sie formulierte, um mehr Verbindlichkeit. 13.000 abgebrochene Kurse zeigten sehr deutlich, warum es diese brauche und man mit Freiwilligkeit nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt habe. Bauer sieht hier auch Chancen für Frauen, über Deutschkenntnisse und Erwerbstätigkeit ein Stück mehr Selbstständigkeit zu erlangen, sagte sie anlässlich der Präsentation des Statistischen Jahrbuchs „Migration und Integration“ am Freitag.
Was die Erwerbstätigkeit Zugewanderter insgesamt angeht, liegt diese mit 74 Prozent nur knapp unter jener der Personen ohne Migrationshintergrund mit 79 Prozent. Jedoch sind nur 59 Prozent der Frauen aus Drittländern am Arbeitsmarkt aktiv. Besonders niedrig sind die Zahlen bei Personen aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Irak.
Mehr Migranten in Österreich
Insgesamt hatten im Jahresdurchschnitt 2025 2,55 Millionen Menschen Migrationshintergrund. Das bedeutet einen Anstieg um gut eine Million seit 2010. Die größte Zuwanderergruppe in dieser Periode waren mit 116.000 Personen Rumänen, gefolgt von Syrern. Insgesamt sind Deutsche mit rund 242.000 Menschen in Österreich die dominierende Nation. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat dazu geführt, dass Bürger aus diesem Land hierzulande mittlerweile die neuntgrößte Gruppe ausmachen.
Eine breit angelegte Umfrage der Statistik Austria mit einer Stichprobe von 5400 Personen zeigt, dass Ukrainer sich am stärksten noch zu ihrem Heimatland zugehörig fühlen und auch am seltensten Deutsch sprechen. Die stärkste Zugehörigkeit zu Österreich verspüren Syrer und Afghanen.
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