2500 Freiwillige!

Auf dieses Team können sich Wildtiere verlassen

Tierecke
11.09.2026 12:39
Porträt von Katharina Lattermann
Porträt von Tierecke
Von Katharina Lattermann und Tierecke

Erst kam das Hochwasser, dann die große Hitze: Österreichs Wildtiere gerieten in den vergangenen zwei Jahren gleich mehrfach in Not. Was als spontaner Hilfseinsatz für tausende Schwalben begann, ist heute die größte Tierschutz-Freiwilligenbewegung des Landes. Die Bilanz: über 5000 gerettete Wildtiere!

Im September 2024 verwüstete eine Hochwasserkatastrophe Teile Österreichs – mit dramatischen Folgen für die Tierwelt. Sinkende Temperaturen und tagelanger, massiver Regen ließen die Insekten verschwinden, Schwalben fanden keine Nahrung mehr.

Welle der Hilfsbereitschaft
Es kam zum größten Schwalbensterben des 21. Jahrhunderts. Nach einem Aufruf der „Krone“ meldeten, sammelten und brachten hunderte Freiwillige rund 7000 geschwächte Exemplare ins Tierschutzhaus Vösendorf – und legten damit den Grundstein für das „Team Tierschutz“.

Zwei Jahre später ist daraus eine Bewegung mit 2500 aktiven Freiwilligen geworden. Den nächsten großen Härtetest brachte nicht das Wasser, sondern die Hitze. Allein in diesem Hitzesommer musste Tierschutz Austria im Tierschutzhaus Vösendorf mehr als 2000 Wildtiere versorgen – darunter Jungvögel, Mauersegler, Eichhörnchen, Igel und Rehkitze.

Tsunami aus Tierleid
Für die Helfer bedeuteten diese Hitzewellen erneut einen enormen Einsatz. Über WhatsApp-Gruppen werden Notfälle gemeldet und Einsätze koordiniert. „Es fühlt sich an wie ein Tsunami aus leidenden Wildtieren“, schildert Stephan Scheidl, Tierheim- und Einsatzleiter von Tierschutz Austria.

Auch Maggie Entenfellner von der „Krone“ Tierecke unterstützt das Team Tierschutz. Hier im Bild ...
Auch Maggie Entenfellner von der „Krone“ Tierecke unterstützt das Team Tierschutz. Hier im Bild mit Tierheim-Leiter Stephan Scheidl.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Auch Wildtiere leiden unter Hitze
Mauersegler-Küken flüchten vor der Gluthitze an der Hausmauer aus überhitzten Nestern, obwohl sie noch nicht fliegen können. Dehydriert, entkräftet und teilweise halb bewusstlos kamen die Tiere in Vösendorf an.

Ohne das Netz aus Freiwilligen wäre dieser Zustrom nicht zu bewältigen. Die Bilanz seit der Geburtsstunde des „Team Tierschutz“ ist beachtlich: Über 5000 Wildtiere wurden gerettet, mehr als 2000 Einsätze seit dem Hochwasser 2024 absolviert. Mehr als 160 Menschen nahmen an der „Team Tierschutz Akademie“ teil, rund 500 Schulungsabsolventen gibt es mittlerweile.

Die Absolventen der „Team Tierschutz Akademie“ sind auch unterwegs immer erreichbar. Per ...
Die Absolventen der „Team Tierschutz Akademie“ sind auch unterwegs immer erreichbar. Per WhatsApp Nachricht werden Notfälle gemeldet und Hilfe organisiert.(Bild: Tierschutz Austria )

„Dass aus einer Tragödie eine so starke Tierschutz-Bewegung entsteht und diese zwei Jahre später auch den Hitzesommer trägt, zeigt: Tierschutz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Martin Aschauer, Sprecher der Organisation.

Weiterbildung und Struktur
Die Erfahrungen aus Hochwasser und Hitze sollen nun in dauerhafte Strukturen münden. Dazu gehören das Ausbildungsprogramm „16 Wochen für den Tierschutz“ und die „Team Tierschutz Akademie“, Katastrophenschutz für Tiere als feste Säule der Arbeit sowie die schnelle Einsatzkoordination über die Freiwilligen-Gruppen.

Über „Team Tierschutz“:

  • Um auch in Zukunft bei solchen Notfällen schnell handeln zu können, werden auch weiterhin ehrenamtliche Helfer gesucht
  • Hier können sich Interessierte melden und sich über die Möglichkeiten informieren

Denn der nächste Extremwettereinsatz kommt möglicherweise schneller als gedacht. „Ob Sturm, Hochwasser oder Hitzetsunami: Wir müssen sofort reagieren können, ohne wertvolle Zeit zu verlieren“, betont Aschauer. Und Scheidl bringt die Bedeutung des Engagements auf den Punkt: „Heute sind es 2500 Menschen, die diese Hoffnung weitertragen – und bereitstehen, wenn die nächste Krise kommt.“

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