Vor Wahl

Debatte um Verladestation in Deutschkreutz

Burgenland
11.09.2026 11:00

Trotz Verlegung gibt es Sorgen, dass Anrainer weiter unter Lärm leiden. Die Situation solle laufend evaluiert werden. 

Zum Wahlkampf-Finale, kurz vor dem Urnengang am Sonntag, wird in Deutschkreutz nun auch die Verlegung des Güterbahnhofs an den Ortsrand zum Streitthema. Wie berichtet, stecken die ÖBB in den nächsten Monaten mehrere Millionen Euro in das Projekt – zusätzlich wird der bestehende Bahnhof modernisiert. Das Ziel ist es, die Anrainer zu entlasten. LBL-Gemeindevorstand Manfred Kölly übt allerdings Kritik.

Güterverkehr bleibe bestehen
Die Züge müssten auch nach der Verlegung der Verladestelle weiterhin durch den „Personenbahnhof“ fahren – und natürlich wieder retour, bringt er die Bedenken einzelner Bürger vor. Für die Anrainer bleibe also die Belastung durch Güterverkehr bestehen. Kölly schießt auch erneut gegen SPÖ-Vizebürgermeister Jürgen Hofer, der derzeit die Amtsgeschäfte führt. Dieser gebe keine Informationen weiter, es gebe weder eine Bürgerversammlung noch eine Gemeinderatssitzung.

ÖBB-Konter: Größte Lärmbelastung fällt weg
Bei den ÖBB weist man die Kritik zurück. Es stimme zwar, dass weiter Güterzüge im bestehenden Bahnhof aus- und einfahren werden. Richtig sei aber auch, dass „wir die Verladung der Güter, welche die größte Lärmbelastung verursacht, aus dem Ort herausholen – dies bedeutet eine Entlastung für die Anrainer, weil Verladegeräusche in unmittelbarer Umgebung dadurch entfallen“.

Die Situation werde laufend evaluiert, man werde abhängig vom Verladevolumen in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen erwägen, so die Bundesbahnen.

Vorteile für die Region
Hofer reagiert nur mit Kopfschütteln auf Kölly. Der Informationsfluss zur Bevölkerung sei gegeben, auch mit der ÖVP gebe es einen regelmäßigen Austausch. Kölly habe man dasselbe Angebot gemacht, dieser habe sich aber selbst ins Aus geschossen. Die letzte Gemeinderatssitzung sei im Juni gewesen. Jetzt im ausgeheizten Wahlkampf eine durchzuführen, sei wahrscheinlich wenig zielführend. Bezüglich Bahnhof ist Hofer froh, dass endlich etwas passiert, das bringe Vorteile für die Gemeinde und die Region. „20 Jahre lang ist ohnehin nichts gemacht worden“, so der Vizebürgermeister. 

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