Tanker versenkt

Hinweise auf Ölkatastrophe im Golf von Oman

Außenpolitik
10.09.2026 10:11
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA haben zuletzt mehrere iranische Rohöltanker im Golf von Oman angegriffen oder sogar versenkt. Auf Satellitenbildern sind nun gigantische Ölschlieren zu sehen – es dürfte bei den Attacken viel Treibstoff ins Meer geflossen sein. Eine Umweltkatastrophe wird befürchtet.

Der Iran-Krieg dürfte auch massive Folgen auf die Umwelt in der Region haben: In den letzten Tagen hatte es wieder zahlreiche Angriffe auf Schiffe gegeben. Die USA hatten Angriffe auf fünf Öltanker vermeldet, der Iran erklärte, man habe acht Öltanker angegriffen, die versucht hätten, ein „verbotenes und unsicheres“ Gebiet in der Straße von Hormuz zu durchqueren.

Gigantische Ölschlieren auf Satellitenbildern zu sehen
Nun zeigen Satellitenbilder die Auswirkungen der Attacken auf das Gewässer: Im Seegebiet sind kilometerlange Ölschlieren zu sehen, die sich im Golf von Oman nahe der Einfahrt in die Straße von Hormuz ausbreiten. Die Verschmutzungen sollen vom Öltanker M/T Riesco und M/T Kylo ausgehen, die vom US-Militär versenkt worden waren.

Das US-Militär hatte zuvor bestätigt, zivile Öltanker angegriffen zu haben. Man habe die Tanker M/T Kaviz, M/T Charminar, M/T Horizon 1 und den bereits sinkenden Tanker M/T Riesco im Golf von Oman zerstört, teilte CENTCOM mit. Nahe der Insel Kharg sei zudem das Schiff M/T Derya angegriffen worden, hieß es weiter. Wenige Tage zuvor war die M/T Kylo vom US-Militär an mehreren Stellen getroffen und versenkt worden.

Es habe sich um Vergeltungsschläge in Reaktion auf iranische Angriffe gehandelt, erklärte CENTCOM. Die Tanker seien „Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks“ gewesen, durch das sich die Revolutionsgarden finanzierten.

Die Straße von Hormuz hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen.

Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Infolge der Blockade und Preissteigerungen in den USA steht Präsident Donald Trump vor den wichtigen Parlamentswahlen im November auch innenpolitisch stark unter Druck.

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