Ein ganz großer Schauspieler und Humanist ist am Mittwoch mit 74 Jahren von den Brettern dieser Welt abgegangen! Seine Worte hallen aus dem ewigen Osten nach!
Eine kleine Ewigkeit auf Erden schrieb Helmut Wiesinger seine ganz eigene Geschichte – auf der Bühne, vor der Kamera und vor allem in den Herzen jener Menschen, die ihm begegneten. Nun ist für den Schauspieler, Dichter und Humanisten der letzte Vorhang gefallen.
Einer, der Rollen zum Leben erweckte
Es gibt Schauspieler, die eine Rolle spielen. Und es gibt Schauspieler wie Helmut Wiesinger, die einer Rolle Seele einhauchten. Mehr als 100 Figuren verkörperte der Publikumsliebling im Laufe seines langen Bühnenlebens – und doch blieb stets etwas von ihm selbst zurück: Wärme, Menschlichkeit und dieses besondere Leuchten, das man nicht erlernen kann.
Zwei Jahrzehnte für das Theater
20 Jahre lang gehörte Wiesinger zum Ensemble des Landestheaters Niederösterreich. Von 1998 bis 2018 stand er in St. Pölten auf der Bühne und prägte dort ganze Generationen von Theaterbesuchern. Unter den Direktoren Peter Wolsdorff, Reinhard Hauser, Isabella Suppanz, Bettina Hering und Marie Rötzer war er in unzähligen Inszenierungen zu erleben.
Besonders junge Zuschauer liebten ihn. Wenn Wiesinger als „Räuberhauptmann Hotzenplotz“ die Bühne betrat, wurden aus Kindern gebannte Theaterbesucher. Er konnte zum Lachen bringen, berühren, staunen lassen – und für ein paar Stunden die Welt draußen vergessen machen.
An der Seite der Großen
Sein Weg führte ihn mit großen Namen des Theaters zusammen. Wiesinger arbeitete unter anderem mit Ernst Stankovski, Erwin Steinhauer, Hans Hollmann und Jérôme Savary. Auch das Fernsehen holte sich immer wieder ein Stück von diesem außergewöhnlichen Mimen. Wiesinger spielte in „Julia – Eine ungewöhnliche Frau“ an der Seite von Christiane Hörbiger, im „Bullen von Tölz“ mit Ottfried Fischer und in „Schlosshotel Orth“ mit Klaus Wildbolz und Nicole Beutler.
Seine wichtigste Rolle war immer der Mensch
Doch so viele Rollen er auch spielte – seine vielleicht wichtigste war jene des Menschen. Wiesinger war Schauspieler, Dichter und Humanist. Einer, der sich im Leben das Herz für das Wahre, Gute und Schöne bewahren wollte. Einer, der nicht nur auf der Bühne etwas darstellen, sondern Menschen erreichen wollte.
Jetzt bleiben Erinnerungen. An seine Stimme, seine Figuren, sein verschmitztes Lächeln, an die vielen Abende im Theater und an einen Menschen, der sich in die Seele seines Publikums gespielt hat. Ein letzter Satz für einen Mann, für den der Vorhang zwar gefallen ist – dessen Rollen aber noch lange nachhallen werden: „Lieber Helmut, die Bretter, die dir die Welt bedeutet haben, sind nun über den Wolken.“
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