Frankreichs Fußballverband FFF entzieht dem unter Druck stehenden FIFA-Chef Gianni Infantino das Vertrauen im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen im März 2027. Das habe der Exekutivausschuss des Verbands auf Antrag seines Präsidenten Philippe Diallo einstimmig beschlossen, teilte der FFF in Paris mit.
Zwar sei dem FIFA-Präsidenten Infantino, der bisher ohne Gegenkandidat ist, zunächst Unterstützung zugesagt worden, doch seien diese Voraussetzungen nun nicht mehr gegeben. Als Grund nannte der FFF Infantinos mittlerweile zurückgenommene Pläne zur Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte. Die Initiative habe dem Ansehen und der Einheit des Fußballs schweren Schaden zugefügt. Die Führungsstruktur der FIFA werde der Bedeutung des Fußballs nicht gerecht. Der FFF regte eine grundlegende Reform des weltweiten Dachverbands an.
Tiefgreifende Umgestaltung
Vor diesem Hintergrund werde der FFF in den kommenden Tagen eine Reihe von Konsultationen mit französischen und internationalen Persönlichkeiten mit Fachwissen und Kompetenz in der Unternehmensführung über den sportlichen Bereich hinaus einleiten. Ziel sei es, Vorschläge für eine tiefgreifende Umgestaltung der FIFA-Führung zu formulieren, um das Vertrauen wiederherzustellen, die Transparenz zu stärken und die Unabhängigkeit sowie die Vorbildfunktion des Weltfußballverbandes zu gewährleisten, hieß es.

Insider: Wiederwahl nicht gefährdet
Dem Gegenwind aus Europa ungeachtet sehen Insider Infantinos Wiederwahl derzeit nicht gefährdet. „Vor drei Wochen dachte ich, er wäre tot. Aber was ich nicht bedacht hatte, war, dass die Beziehungen, die er in den zehn Jahren an der Macht aufgebaut hat, fast unzerbrechlich sind“, sagte eine Quelle im Weltverband gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Wahl berge auch ein gewisses Risiko für die UEFA. Sollte Infantino wiedergewählt werden, würde er seine Macht festigen. „Für die UEFA ist es nun ein noch größeres Risiko, eine Abstimmung anzustreben und dabei nicht zu gewinnen.“
Der Unterstützung sicher sein kann sich Infantino vonseiten der Verbände Afrikas. Auch kleinere Nationen bauen weiter auf den Schweizer. So meinte beispielsweise Neukaledoniens Verbandschef Steeve Laigle: „Die meisten Präsidenten in Ozeanien stehen hinter Herrn Infantino. Wir werden ihn bis zuletzt unterstützen.“ Laut Laigle habe sich Infantino vermehrt den kleineren Verbänden angenommen und ihnen Türen geöffnet.
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