Weshalb ich mir das überhaupt antue, fragte mich eine enge Freundin. In einem weiteren Buch zu berichten, dass sich die Situation an Brennpunktschulen in den letzten Jahren noch weitaus verschlechtert hat. Und sie hat recht: Nicht alle sind begeistert über den Befund, den ich in „Gebt unseren Kindern eine Chance!“, unserer Bildungs- und Migrationspolitik ausstelle. Mit Gegenwind muss ich demnach rechnen.
Warum ich im Kleinen wie im Großen immer noch für eine Verbesserung der Lage kämpfe, zeigt meine erste Schulwoche. Es gibt nämlich durchaus erfreuliche Ereignisse.
Da wäre einmal die Erleichterung, dass das Kopftuchverbot ohne Widerstand von unseren Schülerinnen eingehalten wird. Kolleginnen berichten übrigens Ähnliches aus ihren Schulen.
„Gesetz ist halt Gesetz“, meinte eine Mutter, die selbst Hijab trägt. Möglicherweise fühlt sich die Mehrheit der Muslime davon gar nicht so diskriminiert, wie uns die „lauten Empörten“ derzeit weismachen möchten?
Das beste Erlebnis hatte ich allerdings mit der achtjährigen Derya. Sie meinte: „Ich wollte gar nicht mehr in die Schule. Aber jetzt ist es schön hier.“ In der Pause forderte sie ihre türkischstämmigen Mitschüler auf, gefälligst wieder deutsch zu sprechen. Sie befolgten ihre Anweisung prompt.
Unser Einsatz im vergangenen Schuljahr hat sich gelohnt. Für die Arbeit im Brennpunkt müssen Lehrer mitunter selbst brennen. Und das tue ich mit Sicherheit immer noch.
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