Beim „Aida“-Casting zum Stadttheater-Saisonauftakt am 17. September durfte die „Krone“ hautnah mit dabei sein. Das Vorsingen für Giuseppe Verdis Opernhit ist nicht ins Auge, sondern im wahrsten Sinne des Wortes süffig ins Ohr gegangen
Der Saal ist leer und still, ein halbdunkler, goldumflorter Raum, in dem sich das Licht auf der Hauptbühne für das Vorsingen bündelt. „Über das Bühnenbild dürfen Sie bitte noch nichts schreiben“, begrüßt uns Intendant Aron Stiehl, während er sich weit nach hinten zu Technik und einem handverlesenen Grüppchen Zuhörer setzt, darunter KSO-Chefdirigent Chin-Chao Lin.
„Sie müssen nicht nervös sein“
Jetzt heißt es Ohren spitzen, analysieren und bei Bedarf mit den richtigen Worten flatternde Nerven beruhigen. Routine für den gut gelaunten „Hausherren“, immer wieder eine Herausforderung für Casting-Teilnehmer. Einer von ihnen ist Dariusz Perczak, der mit sichtlichem Lampenfieber und einer großen Arie von Humperdinck auf den Lippen vor die Jury tritt.
„Können Sie die erste Phrase noch einmal singen, das Rallalallala“, wünscht Stiehl und der prachtvolle Bariton des Polen phrasiert sofort erneut und zur vollsten Zufriedenheit: „Sie müssen nicht nervös sein, so jemanden im Chor zu haben, ist purer Luxus, Sie gehören als Solist auf die Bühne“, lobt Stiehl.
Danach erzählt uns Perczak glücklich und gelöst, wie es ihm beim Vorsingen ergangen ist. „Natürlich sind die Nerven immer da, das ist Teil dieses Berufs und ich habe darauf nur eine Antwort: Das beste Anti-Stress-Mittel ist einfach sehr gut vorbereitet zu sein.“
„Aida“-Herausforderungen werden gemeistert
Dass der 36-Jährige acht Jahre lang Solist an der Oper Graz war und „schon viele Traum-Hauptpartien“ gesungen hat, hört man seiner Stimme an. Dass er nach dem Intendantenwechsel „glücklicherweise im Stadttheater Klagenfurt eine neue Stelle gefunden“ hat und bei „Aida“ „stolzes Mitglied des Chors sein darf“, fällt eindeutig unter die Rubrik: stimmig!
Für das Casting hat Perczak „eine ganz neue Arie“ und mit ihr „eine 20-seitige, opulente Vaterszene“ aus „Hänsel und Gretel“ gelernt. Dass er wohl auch jede „Aida“-Herausforderung zu meistern weiß, ist bei der Premiere (17. September, 19.30 Uhr) zu hören. Karten unter : 0463/54 0 64.
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