Im Kampf um den Bürgermeisterposten in der Landeshauptstadt wirft ÖVP-Kandidat Julian Geier als Erster seinen Hut in den Ring. Und bei der Pressekonferenz lässt Landesvize Martin Gruber mit einem ungewöhnlichen Vorstoß aufhorchen.
„Natürlich will ich Bürgermeister von Klagenfurt werden, sonst sollte ich überhaupt nicht antreten“, stellt Julian Geier beim offiziellen Startschuss des ÖVP-Wahlkampfs klar. „Klagenfurt war mal eine Stadt, auf die man stolz sein konnte. Stattdessen haben wir ein Budgetchaos mit 400 Tagen ohne Budget in den vergangenen zwei Jahren und keiner kümmert sich um die wichtigen Dinge.“
Die Menschen hätten laut Geier genug davon: „Das sieht man auch an der niedrigen Wahlbeteiligung 2021.“ Er verspricht als Gegenangebot „eine Politik mit Handschlagqualität“ und verweist auf erfolgreiche Projekte, die in der Vergangenheit unter VP-Bürgermeistern in Klagenfurt realisiert wurden: „Lakeside Park, die Ikea-Ansiedlung, das Seeparkhotel, die Revitalisierung des Bahnhofs.“
Bei Letzterem setzt auch ein ungewöhnlicher Vorstoß der ÖVP an. „Die Bahnhofstraße müsste das Aushängeschild für Klagenfurt sein. Schließlich sehen das die Koralm-Gäste als Erstes“, betont Landesvize Martin Gruber. „Weil da sich aber nichts tut, müssen wir wohl die Dinge selbst in die Hand nehmen.“ Wie das? „Wir machen die Bahnhofstraße zur Landesstraße im Tausch mit der Villacher Straße“, so Gruber. „Die Klagenfurter haben sich verdient, dass etwas weitergeht.“
„Wir müssen größer denken“
Das Vorgehen sei unabhängig davon, wie die Wahl Ende Februar ausgeht – für den Tausch brauche es aber die Zustimmung der Stadt. Geier begrüßt den Vorstoß. „Derzeit gibt nur viele Leerstände, wenig Grün und einen Branchenmix, der anscheinend dem Zufall überlassen wurde“, beschreibt er den derzeitigen Zustand. „Wir müssen größer denken und auch mehr innerstädtischen Wohnraum fördern.“
Konkrete erste Maßnahmen? „Der Platz vor dem Bahnhof muss komplett neu gestaltet werden, auch mit neuen Schildern – die ankommenden Gäste kennen sich ja nicht aus“, so Gruber. „Die Straße selbst muss auch saniert werden. Derzeit ist es eine Fleckerlteppich, man fährt von einem Schlagloch zum nächsten.“
Damit das alles funktioniert, braucht es aber eben die Zustimmung der Stadt. Dafür wäre eine stabile Koalition hilfreich. „Mein Ziel für die Wahl ist es auch, dass eine Zweier-Koalition nur mit und nicht ohne die ÖVP möglich ist“, betont Geier. „Ich bin überzeugt, dass eine gute Zusammenarbeit gelingen – mit allen Parteien. Nur mit destruktiven Kräften wird es schwierig.“
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